Vier Radler, die sich in einer Pfütze spiegeln, fahren auf dem Rundweg über die Insel Reichenau. Der Bodensee ist ein beliebtes Ziel für Urlauber. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Felix Kästle)

Nur noch vereinzelt freie Betten in Unterkünften

Positive Zwischenbilanz der Sommerferien am Bodensee und in Oberschwaben

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Hotels, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen in der Region Bodensee-Oberschwaben haben eine positive Halbzeitbilanz der Sommerferienzeit gezogen.

Viele Tourismus-Büros am Bodensee und in Oberschwaben melden derzeit praktisch Vollauslastung bei den Unterkünften. Eine Sprecherin der Tourist-Information in Radolfzell (Kreis Konstanz) sagte dem SWR auf Anfrage, sie hätte kürzlich für Übernachtungsgäste bis nach Gailingen am Hochrhein nachfragen müssen.

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Die stellvertretende Leiterin der Tourist-Information in Ravensburg, Anna-Maria Barrelmann, erklärte dem SWR, es gebe nur noch vereinzelt Betten. Vor allem Familien ziehe es in die oberschwäbische Stadt. Man profitiere vom Wetter, das kein klassisches August-Badewetter sei.

"Am Bodensee läuft es großartig"

Auch Campingplätze wie in der Kressbronner Teilgemeinde Gohren (Bodenseekreis) sind während der Ferienzeit so gut wie ausgebucht, vor allem mit Urlaubern aus Deutschland. Der Hagnauer Hotelier Horst Müller, zugleich Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands im Bodenseekreis, sagte dem SWR, derzeit laufe es großartig in den touristischen Regionen wie am Bodensee.

Und auch die Landesgartenschau in Überlingen (Bodenseekreis) brummt, in den ersten drei Ferienwochen seien 30 Prozent aller bisher verkauften Tickets über die Ladentheke gegangen.

Doch auch, wenn es grade wie am Schnürchen läuft: Wegen des verspäteten Saisonstarts müssen die Anbieter den Verlust des Ostergeschäftes verkraften - und das Regenwetter im Juni und Juli.

Bei Freizeiteinrichtungen läuft es nicht so gut

In vielen Freizeiteinrichtungen kann der derzeitige Besucheransturm den Wegfall der internationalen Gäste, Schulklassen und Reisgruppen nicht ausgleichen. So meldet die Insel Mainau 60 Prozent weniger Besucher gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie. Auf dem Salemer Affenberg und bei den Pfahlbauten sind es deren Angaben zufolge jeweils 40 Prozent weniger Gäste.

Branche profitiert vom Wegfall der Inzidenz-Stufen

Mit der Lösung von den Inzidenz-Stufen und der Vermeidung eines erneuten Lockdowns sei ein erster wichtiger Schritt zur Rettung der Branche getan, sagen die Hoteliers. Ein weiterer Weg aus der Verlustzone könnte eine Verlängerung der Saison sein - doch dazu brauchen die Touristiker nicht nur am Bodensee und in Oberschwaben gutes Wetter und einen positiven Verlauf der Corona-Pandemie.

Anna-Maria Barrelmann von der Ravensburger Tourist Information ist gegenüber dem SWR zumindest für den September zuversichtlich: Dann reisten vermehrt Individualreisende und Ältere, auch Stadtführungen seien wieder gut gebucht.

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