Seelsorgerin Annette Roser-Koepff  (Foto: SWR, Riedel)

Bereichernde, aber auch herausfordernde Aufgabe

Biberacher Gefängnisseelsorgerin geht in Ruhestand

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Die Biberacher Pfarrerin Annette Roser-Koepff war viele Jahre Gefängnisseelsorgerin in der JVA Ulm. Nun tritt sie ihren Ruhestand an.

Neun Jahre lang hat die Biberacher Pfarrerin Annette Roser-Koepff an einem ganz besonderen Ort gearbeitet, nämlich in der Justizvollzugsanstalt Ulm. Am Montag, ihrem letzten Arbeitstag, hat sie die Schlüssel abgegeben. SWR-Moderatorin Rebecca Lüer hat sie gefragt, wie sie die Arbeit mit verurteilten Kriminellen oder Menschen in U-Haft empfunden hat und was die größten Herausforderungen waren.

Für Annette Roser-Koepff war die Arbeit in der JVA Ulm in erster Linie sehr bereichernd, erzählt sie. Zuweilen sei es auch anstrengend gewesen. Manche Themen könne man am Abend gut ablegen, manches habe sie aber auch mit sich getragen - auch wenn sie über die Jahre gelernt hat, professionell mit den Themen und Taten der Gefängnisinsassen umzugehen.

"Es sind ja Menschen, mit denen ich es zu tun habe. Und da steht die Tat nicht immer im Vordergrund - kann es gar nicht."

Im Gefängnis habe sie das Zuhören noch intensiver gelernt. Die Sorgen der Insassen drehen sich um die Familie, ob die Beziehungen die Haftzeit überstehen, Geldsorgen und vieles mehr. Schwierig sei die Corona-Zeit gewesen, erzählt Roser-Koepff. Die Häftlinge durften keinen Besuch bekommen, somit war sie als Seelsorgerin oft die einzige Ansprechpartnerin.

Bei diesen Gesprächen stünden nicht Gebete im Vordergrund. Es gehe meist um die seelischen Belastungen der Gefangenen und wo sie Halt finden können. Pfarrerin Roser-Koepff zitiert auch die Bibel, wo Jesus sagt, "Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht. (Mt, 25)". Der Besuch von Gefangenen gehöre seit dem Mittelalter zu den Werken der Barmherzigkeit. Anders als früher sei aber das Beten keine Voraussetzung mehr für ein Gespräch mit der Seelsorgerin oder dem Seelsorger.

Für ihren Ruhestand hat sich Pfarrerin Roser-Koepff noch nichts vorgenommen: "Erstmal Urlaub machen!".

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