Frauen der katholischen Kirchenbewegung Maria 2.0 haben am Freitag in Friedrichshafen demonstriert.  (Foto: SWR, Martin Hattenberger)

Protestaktion in Friedrichshafen

Frauen fordern mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche

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Mehr Mitspracherecht und Zugang zum Priesteramt - das fordern Frauen der katholischen Kirchenbewegung Maria 2.0. Am Freitag haben sie dafür unter anderem in Friedrichshafen demonstriert.

Die Frauen wollen mehr Verantwortung in ihrer Kirche übernehmen. Sie fordern deshalb vor allem, dass auch Frauen Zugang zu allen Weiheämtern bekommen - also auch Priesterinnen oder Diakoninnen werden können. Die Zeit der Diskussionen sei aber längst vorbei, sagt Gabi Ilg, eine der Veranstalterinnen.

"Wir wollen keine Diskussionen mehr führen und keine Argumente mehr bringen. Aber es wird einfach nicht gehört, was wir sagen."

Rund 20 Teilnehmerinnen sind zur Protestaktion in Friedrichshafen gekommen. Mit Sprechgesang und kurzen Reden machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Frauen trugen rote Jacken und Pullover - als Zeichen von Feuer und Zorn, heißt es von den Veranstaltern.

Es müssten endlich alle Ämter in der Kirche für Frauen geöffnet werden, findet auch Gabi Ilg. Die Kundgebung auf dem Wochenmarkt in Friedrichshafen stand deshalb unter dem Motto: "Genug geredet! Gleichberechtigung.Punkt.Amen."

Während ihrer Protestaktion kamen die Demonstrantinnen auch mit Passantinnen ins Gespräch.  (Foto: SWR, Martin Hattenberger)
Während ihrer Protestaktion kamen die Demonstrantinnen auch mit Passantinnen ins Gespräch. Martin Hattenberger

Auch Margarete Willburger vom Frauenbund Ravensburg war dabei. Das System der Kirche würde ohne die ehrenamtliche Arbeit von Frauen gar nicht funktionieren, sagt Margarete Willburger. Sie ärgert sich, dass beim Thema Gleichberechtigung in der katholischen Kirche dennoch immer noch nichts voran geht.

"Zum Blumen schmücken, Kaffee kochen und Kirche putzen ist es in Ordnung - da braucht man Frauen. Aber wenn sie dann vorne am Ambo stehen, wird es schon schwieriger für manche."

Zu der Aktion hatten der Katholische Deutsche Frauenbund, der Diözesanrat und die Bewegung Maria 2.0 aufgerufen. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gab es an insgesamt sieben Orten ähnliche Aktionen - darunter in Biberach, Stuttgart und Ulm.

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