Renaturisierung der Riß bei Biberach (Foto: SWR, Johannes Riedel)

Neuer Lebensraum für Fische und Vögel

Revitalisierung der Riß in Biberach abgeschlossen

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In Biberach ist am Montag ein naturnah umgebauter Flussabschnitt der Riß eingeweiht worden. Er soll Fischen und anderen Wasserlebewesen einen natürlichen Lebensraum bieten.

Der revitalisierte Abschnitt der Riß in Biberach wurde am Montagnachmittag von Dietmar Enkel, dem Abteilungsleiter Umwelt des Regierungspräsidiums Tübingen, eingeweiht. Der rund 800 Meter lange Bereich war seit Juni umgebaut worden und war bislang ein Hochwasserentlastungskanal. Er soll Fischen und anderen Wasserlebewesen einen natürlichen Lebensraum bieten.

Zunächst hatte Regierungspräsident Klaus Tappeser angekündigt, die Einweihung des Abschnitts zu übernehmen. Am Montagvormittag gab das Regierungspräsidium jedoch bekannt, dass Tappeser nicht teilnehmen könne. Aus diesem Grund weihte Dietmar Enkel den Flussabschnitt ein.

Neues Fließgewässer bietet Mulden für Fische

Laut Regierungspräsidium ist auf 800 Metern Länge aus dem begradigten Flussabschnitt ein sich schlängelndes Fließgewässer geworden: mit wechselnden Breiten und unterschiedlichen Tiefen. Dadurch entstünden im Flußbett etwa Mulden, in die sich Fische bei Niedrigwasser und hohen Wassertemperaturen zurückziehen können. Von der Umgestaltung profitieren, werde auch die Pflanzen- und Tierwelt. So biete die Renaturierung beispielsweise Wasseramseln und Eisvögeln einen neuen Lebensraum.

Baubürgermeister Christian Kuhlmann zeigt anhand eines Fotos, wie der Abschnitt vor der Revitalisierung ausgesehen hat.  (Foto: SWR, Johannes Riedel)
Baubürgermeister Christian Kuhlmann zeigt anhand eines Fotos, wie der Abschnitt vor der Revitalisierung ausgesehen hat.

Vorteile auch für Naturliebhaber

Zudem sei der Flussabschnitt im Bereich der Rißinsel in Biberach nach seiner Revitalisierung durch neue Beobachtungplätze, wechselnde Uferböschungen und einen Pfad besser erlebbar. Ein weiterer Pluspunkt sind laut Regierungspräsidium neue Uferbefestigungen aus Weiden und punktuell eingebauten Nagelfluhsteinen. Sie sorgten dafür, dass bei Hochwasser Wege oder Stromleitungstrassen nicht weggespült werden. Zusätzliche Rückzugsflächen für Hochwasser seien ein weiterer Schutz.

Kosten der Renaturierung: Rund eine Million Euro

Die vom Land übernommenen Kosten der Bauarbeiten belaufen sich auf rund eine Million Euro. Dem Regierungspräsidium zufolge, habe es mit der Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmen-Richtlinie geleistet.

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SWR