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Elf Einsatzkräfte der Feuerwehr Mengen (Kreis Sigmaringen) haben nach dem Erdbeben südöstlich von Zagreb bei den Aufräumarbeiten geholfen. Am Sonntag machten sie sich auf den Rückweg.

Dem Feuerwehr-Team aus Mengen, das tagelang im Erdbebengebiet in Kroatien geholfen hat, ist war am Mittwoch zum Einsatz aufgebrochen. Vor Ort bot sich ein Bild der Verwüstung, berichtete Florian Pfau, der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mengen. Er war der Einsatzleiter der Mengener in Kroatien. Die Männer waren in Petrinja im Einsatz, einem Ort in der Nähe von Novska, der Partnerstadt von Mengen. Die Gegend liegt rund 40 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens bei Zagreb entfernt, teilte der Kreisfeuerwehrverband Sigmaringen mit.

In der Altstadt von Petrinja seien rund 50 Prozent der Gebäude zerstört, sagte Pfau am Samstag dem SWR.

Starke Schäden an Häusern im kroatischen Petrinja nahe der Mengener Partnerstadt Novska nach dem Erdbeben. (Foto: Feuerwehr Mengen)
Starke Schäden an Häusern im kroatischen Petrinja nahe der Mengener Partnerstadt Novska nach dem Erdbeben. Feuerwehr Mengen

Die Mengener Feuerwehrleute seien häufig die ersten Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Sie halfen in den Außenbezirken von Petrinja. Auch hier seien viele Gebäude beschädigt oder eingestürzt. Die Mengener sicherten Gebäude, bauten beispielsweise kaputte Kamine zurück und sicherten undichte Dächer.

Nach dem Erdbeben in Kroatien ist auch diese Kirche in Petrinja nahe der Mengener Partnerstadt Novska stark beschädigt. (Foto: Feuerwehr Mengen)
Nach dem Erdbeben in Kroatien ist auch diese Kirche in Petrinja nahe der Mengener Partnerstadt Novska stark beschädigt. Feuerwehr Mengen

Nachbeben machen Einsatz gefährlich

Immer wieder habe es Nachbeben gegeben, so Pfau. Das machte den Einsatz gefährlich, beispielsweise wenn man mit der Drehleiter arbeitete. Die Menschen hätten Angst vor den Nachbeben, viele schliefen deshalb trotz Minusgraden im Freien, teilweise unter Plastikfolien. Die Armee helfe zwar mittlerweile, dennoch fehle es den Menschen oftmals am Nötigsten, beschrieb Pfau seine Eindrücke.

Das Helferteam der Feuerwehr Mengen ruht sich zusammen mit einheimischen Einsatzkräften aus. Die Mengener helfen nach dem Erdbeben in Kroatien in Petrinja, einem Ort nahe der Mengener Partnerstadt Novska. (Foto: Feuerwehr Mengen)
Das Helferteam der Feuerwehr Mengen ruht sich zusammen mit einheimischen Einsatzkräften aus. Die Mengener helfen nach dem Erdbeben in Kroatien in Petrinja, einem Ort nahe der Mengener Partnerstadt Novska. Feuerwehr Mengen

Große Spendenbereitschaft im Kreis Sigmaringen

Als Spende hatten die Einsatzkräfte die ehemalige Drehleiter der Stadt Mengen sowie weiteres Rettungsgerät und Notfallausrüstung dabei. Am letzten Tag ihres Einsatzes übergab das Team die Drehleiter feierlich an die Feuerwehr-Kollegen in Novska.

Das Helferteam der Freiwilligen Feuerwehr Mengen übergibt nach ihrem Einsatz im Erdbebengebiet in Kroatien feierlich eine Drehleiter als Spende an die Feuerwehrkollegen der Partnerstadt Novska. (Foto: Freiwillige Feuerwehr Mengen)
Das Helferteam der Freiwilligen Feuerwehr Mengen übergibt nach ihrem Einsatz im Erdbebengebiet in Kroatien feierlich eine Drehleiter als Spende an die Feuerwehrkollegen der Partnerstadt Novska. Freiwillige Feuerwehr Mengen

Die Feuerwehren im Kreis Sigmaringen haben zudem über Silvester eine Spendenaktion für die Erdbebenopfer in Kroatien organisiert. Sie sammelten Sach- und Geldspenden, unterstützt von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern. Insgesamt kamen zwei Lastwagenladungen Hilfsgüter zusammen, so der Kreisfeuerwehrverband.

Reiseerlaubnis trotz Corona-Pandemie

Der Bürgermeister der Stadt Mengen, Stefan Bubeck, hatte sich im Vorfeld darum gekümmert, dass es bei den Grenzübertritten des Feuerwehr-Helferteams keine Probleme wegen der Corona-Pandemie gibt. Am Dienstag hatte es südöstlich von Zagreb ein Erdbeben der Stärke 6,4 gegeben. In den Tagen darauf folgten mehrere Nachbeben.

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