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Die Absage der Bregenzer Festspiele könnte die Tourismusbranche am Bodensee bis zu 100 Millionen Euro kosten. Zu dieser Einschätzung kommen die Festspiele, Vorarlberg Tourismus und die Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Das Kulturspektakel hätte im Juli und August 2020 bis zu 250.000 Besucher angelockt. Doch wegen der Corona-Beschränkungen wurden die Bregenzer Festspiele Mitte Mai vorsorglich abgesagt. Maximal 250 Menschen pro Abend hätten die Bregenzer Festspiele im Juli zulassen dürfen, 1.000 im August. Zu wenig, das sei wirtschaftlich nicht machbar, sagt der kaufmännische Direktor der Festspiele, Michael Diem. Allein in Vorarlberg fällt wegen der Absage jede vierte Übernachtung in der Zeit weg.

Deutsche Hotels besonders betroffen

Noch stärker trifft es das deutsche Bodenseeufer, denn drei Viertel der Gäste, die von weiter her anreisen, übernachten hier. Gehobene Hotels in Konstanz, Friedrichshafen und Lindau bieten Festspielarrangements. Das Inselhotel Konstanz beispielsweise hat pro Sommer rund 100 Festspielgäste. Das Hotel City Krone in Friedrichshafen beherbergt Busreisende. Sie machen 30 Prozent der Übernachtungen im Juli und August aus.

Hohe Verluste für Bodensee Schifffahrt

Und die Weiße Flotte, die jeden Abend Shuttlefahrten zur Seebühne bietet, dazu mehrere Festspiel-Kreuzfahrten mit 5-Gänge-Menü und Mitternachtssuppe, verliert bis zu 25.000 Passagiere. Etwa eine Dreiviertelmillion Euro bringt das den Bodensee-Schiffsbetrieben üblicherweise ein. Sie hoffen, dass viele ihre Tickets umbuchen.

Festspiele hoffen auf Unterstützung

Die Bregenzer Festspiele selbst äußern sich derzeit nicht dazu, wie sie das erste Jahr ohne Festspiele seit der Gründung 1946 finanziell verkraften. Voraussichtlich diese Woche soll es aber Gespräche mit der Regierung in Wien, mit dem Land Vorarlberg und der Stadt Bregenz geben, so Festspielpräsident Hans-Peter Metzler.

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