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Wegen Falschaussage in einem Mordprozess hat das Landgericht Ravensburg am Mittwoch den Bürgermeister von Hoßkirch, Roland Haug, in zweiter Instanz zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.

Das Landgericht verhängte eine Geldstrafe von 45.000 Euro, doppelt soviel wie das Amtsgericht Ravensburg in erster Instanz gefordert hatte. Gegen das Urteil des Amtsgerichts im Juni 2019 hatte Haug Berufung eingelegt. Aber auch in der Berufungsverhandlung am Mittwoch wurde er der uneidlichen Falschaussage im Hoßkircher Mordprozess für schuldig befunden.

Zeuge im Mordprozess

Der Hoßkircher Mordprozess sorgte 2018 für Aufsehen: Ein Ehemann hatte seine Frau umgebracht und anschließend einen Unfall vorgetäuscht, um die Tat zu vertuschen. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bürgermeister von Hoßkirch (Kreis Ravensburg), Roland Haug, war im Prozess damals als Zeuge geladen.

Landgericht glaubt Bürgermeister nicht

Haug soll vor dem Prozess gegenüber Polizeibeamten gesagt haben, dass er mit dem Vater des Beschuldigten gesprochen habe. Der habe seinen Sohn als jähzornig bezeichnet. In der Verhandlung vor Gericht bestritt Haug dies aber. Eine uneidliche Falschaussage, so urteilte das Amtsgericht Ravensburg. Die Strafe: 150 Tagessätze, 22.500 Euro. Haug legte Berufung ein. Auch die Staatsanwaltschaft focht das erstinstanzliche Urteil an, ihr war die Geldstrafe zu niedrig. Das Landgericht folgte am Mittwoch der Auffassung der Staatsanwaltschaft und verdoppelte die Geldstrafe auf 45.000 Euro.

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