Die Fahrradmesse "Eurobike" findet 2021 zum letzten Mal am Bodensee statt. (Foto: Eurobike Friedrichshafen)

Fahrradmesse zum letzten Mal am Bodensee

Trends und Neuheiten bei der "Eurobike" in Friedrichshafen

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In Friedrichshafen hat am Mittwoch die Fahrradmesse "Eurobike" begonnen. Auf mehr als 80.000 Quadratmetern präsentieren 630 Ausstellerinnen und Aussteller aus 42 Ländern ihre Neuheiten.

Die "Eurobike" gilt als weltweit größte Fahrradmesse. In diesem Jahr werden aber laut Veranstalter deutlich weniger Aussteller dabei sein als zuletzt im Sommer 2019. Damals kamen noch über 1.400 Ausstellende an den Bodensee. Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen könnten derzeit aber viele Hersteller und Händler, vor allem solche aus asiatischen Ländern, nicht nach Friedrichshafen reisen, so ein Sprecher der "Eurobike"-Projektleitung.

Handel mit Fahrrädern boomt

Die Fahrrad-Branche boomt, die Pandemie bescherte dem Fahrradhandel zuletzt hohe Umsätze. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Handelsverbandes Zweirad (VDZ) mehr als fünf Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft, ein Plus von fast 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verkaufsumsatz lag nach Angaben des VDZ 2020 bei rund 6,4 Milliarden Euro. Manche Räder konnten wegen der hohen Nachfrage erst mit monatelanger Verspätung ausgeliefert werden.

Rund zwei Millionen E-Bikes verkauft

In Deutschland stiegen im vergangenen Jahr vor allem die Verkaufszahlen von E-Bikes. Das sagten Branchenvertreter in Friedrichshafen einen Tag vor Beginn der "Eurobike". Fast zwei Millionen Elektroräder seien 2020 verkauft worden, ein Plus von 43 Prozent gegenüber 2019. Und die Händler hätten noch mehr verkaufen können, die Hersteller seien aber mit der Fertigung nicht hinterhergekommen, hieß es vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Für dieses Jahr rechnet der Verband mit 1,9 Millionen verkauften E-Bikes. SWR-Reporter Thomas Wagner über E-Bikes und andere Trends auf der Messe:

Fahrräder werden teurer

Beim klassischen Fahrrad ohne Elektroantrieb gingen die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2021 in Deutschland um 26 Prozent zurück, weil es laut ZIV auch hier Lieferprobleme gab. Was die Fahrradproduktion derzeit extrem schwierig mache: Lieferketten aus Asien seien unterbrochen, die Transportkosten hätten sich um das Zwanzigfache erhöht. Der ZIV rechnet deshalb mit Preissteigerungen bei Fahrrädern bis zu zehn Prozent.

Lastenräder im Trend

Große Nachfrage erlebt nach Branchenangaben auch der Markt für Lastenräder. Rund 103.000 Cargobikes wurden 2020 in Deutschland verkauft, drei Viertel davon mit Elektroantrieb, schätzt der ZIV. Ein Trend, den die "Eurobike" aufgreift. Lastenräder werden auf einer Sonderausstellungsfläche vorgestellt: Vom einklappbaren, leichten City-Cargobike bis zum ergonomischen Kindertransporter.

Lastenräder sind im Trend. (Foto: Eurobike Friedrichshafen)
Lastenräder sind im Trend. Eurobike Friedrichshafen

Airbags für Radler

Themenschwerpunkte und Trends auf der Messe in Friedrichshafen sind neben Lastenrädern und E-Bikes die sogenannten Gravels, das sind Breitreifen-Rennräder für schlechte Wege im Gelände. Darüber hinaus zeigen die Aussteller Neuheiten beim Zubehör: reflektierende Rahmen, Airbags für Radler sowie multifunktionale Bekleidung.

Maskenpflicht und 3G-Regel für Besucher

Die ersten beiden Messetage, Mittwoch und Donnerstag, sind ausschließlich dem Fachpublikum vorbehalten. An den Publikumstagen, den "Festival Days" am 3. und 4. September, wird zusätzlich ein breites Rahmenprogramm mit spektakulären Shows auf dem Messegelände in Friedrichshafen angeboten. Karten gibt es nur im Online-Vorverkauf. Besucher müssen geimpft, getestet oder genesen sein. In geschlossenen Räumen auf dem Messegelände besteht grundsätzlich eine Maskenpflicht.

Verlagerung nach Frankfurt/Main

Die "Eurobike 2021" wird die Letzte ihrer Art in Friedrichshafen sein: Die Messe zieht nach 30 Jahren am Bodensee um nach Frankfurt, die Premiere dort ist für den 13. bis 17. Juli 2022 geplant. Die Verantwortlichen nannten unter anderem die bessere Erreichbarkeit in Frankfurt, mehr Platz und mehr Internationalität als Vorteile. Am Bodensee ist bei vielen die Enttäuschung darüber groß. In Hotels und Gastronomie geht sogar die Angst vor Jobverlusten um. SWR-Reporter Thomas Wagner mit Reaktionen:

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SWR