auf vier schwarzweißfotos nebeneinander ist die Oberfläche des Merkur zu sehen. Krater und Teile der Raumsonde sind zu sehen. (Foto: Pressestelle, ESA/BepiColombo/MTM)

In Immenstaad am Bodensee mitentwickelt

Raumsonde "BepiColombo" schickt erste Fotos vom Merkur

STAND

Die Raumsonde "BepiColombo", die in Immenstaad mitentwickelt wurde, hat erste Fotos vom Merkur auf die Erde geschickt. Das teilte die europäische Raumfahrtagentur ESA mit.

Um 23:34 Uhr am Abend des 1. Oktobers sei "BepiColombo" dem Merkur bei einem ersten sogenannten Flyby am nächsten gekommen. Bis zu 199 Kilometer kam die Raumsonde an den Planeten heran. Weil jedoch die Begegnung auf der Nachtseite stattgefunden hatte, seien die Bedingungen für Bilder schlecht gewesen. Wissenschaftliche Daten wurden über verschiedene Messinstrumente erfasst und ebenfalls an die Erde weitergeleitet. Erste verwertbare Fotos seien aus einer Höhe von rund 1.000 Kilometern entstanden, so die ESA in einer Mitteilung.

"Der Vorüberflug lief aus Sicht der Raumsonde ohne Probleme ab und es ist unglaublich, den Zielplaneten endlich zu sehen."

Auf den Fotos waren erste Krater eindeutig identifizierbar, so die Forscher der ESA. Durch die Mission wollen die Wissenschaftler mehr über die Entstehung des Merkur erfahren. Denn noch immer sei der Merkur ein Planet, den wir noch nicht vollständig verstehen, so David Rothery von der Arbeitsgruppe zur Merkur-Oberfläche bei der ESA.

Auf einem quadratischen schwarzweiß-Foto ist der Merkur mit seiner Kraterlandschaft zu sehen. (Foto: Pressestelle, ESA/BepoColombo/MTM)
Die ersten Bilder wurden aus einer Entfernung von rund 1.000 Kilometern geschossen, teilte die europäische Raumfahrtorganisation ESA mit. Pressestelle ESA/BepoColombo/MTM

Noch ein weiter Weg zum Ziel

Um endgültig in der Umlaufbahn des Merkur anzukommen, muss "BepiColombo" jedoch noch einen weiten Weg zurücklegen und noch einige Male am Merkur vorbeifliegen. Die nächste Begegnung steht im Juni 2022 an. Am Bau von "BepiColombo" waren die Airbus-Experten in Immenstaad am Bodensee maßgeblich beteiligt. Sie war im Oktober 2018 ins All gestartet. Im Jahr 2025 soll die Raumsonde in der Umlaufbahn des Merkur ankommen.

Mehr zum Thema:

Raumfahrt Sonde BepiColombo nutzt Venus als Bremse auf dem Weg zum Merkur

Die Raumsonde BepiColombo ist unterwegs in Richtung Merkur. Damit die Sonde nicht in die Sonne fällt, muss sie vorher durch die Schwerkraft der Venus abgebremst werden.  mehr...

SWR2 Tandem | Europa Mit Europa zum Merkur

Die französische ESA-Raumfahrtingenieurin Elsa Montagnon steuert eine der kühnsten Missionen der Europäischen Weltraum Agentur: Sie passt auf, dass die Raumsonde BepiColombo ihre Flugbahn einhält, damit sie 2025 die Merkurumlaufbahn erreicht. In SWR2 Tandem erzählt Elsa Montagnon, wie es ist, dem kleinsten, innersten Planeten unseres Sonnensystems täglich näher zu kommen.  mehr...

SWR2 Tandem SWR2

Auf zum Merkur BepiColombo Sonde wird durchgecheckt

Im Herbst wird sich die Sonde auf die siebenjährige Reise zum Merkur aufmachen. Nun wurde sie ein letztes Mal am Boden getestet.  mehr...

STAND
AUTOR/IN