Singen

Elfjähriger in Handschellen - Antrag auf Strafbefehl-Erlass

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Im Falle eines elfjährigen Jungen der Sinti-und-Roma-Minderheit aus Singen (Kreis Konstanz), der im Februar in Handschellen abgeführt worden war, hat die Staatsanwaltschaft Konstanz in zwei Fällen den Erlass eines Strafbefehls beantragt. In zwei weiteren Fällen bot die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung eines Geldbetrages an. Seinerzeit war ein Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Polizisten eingeleitet worden; der Verband der Sinti und Roma sprach von Rassismus. Die Ermittlungen hätten allerdings keine rassistischen Beweggründe ergeben, so die Staatsanwaltschaft Konstanz auf SWR-Anfrage. Gegen die Strafbefehle hätten die Betroffenen zudem Einspruch eingelegt. Der Landesverband der Deutschen Sinti und Roma begrüßte die jüngsten Schritte der Staatsanwaltschaft Konstanz. Nach dem Vorfall im Februar hatte der Landesverband Gespräche mit dem Innenministerium aufgenommen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz garantierten nach Verbandsangaben die umfassende Aufklärung des Falls.

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SWR