Kloster Hegne (Foto: SWR)

Mit weltlichen Mitarbeitern geistliche Werte leben

Einfach besonders: Provinzoberin Schwester Maria Paola vom Kloster Hegne

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Schwester Maria Paola ist Provinzoberin von Kloster Hegne. Damit ist sie nicht nur die Chefin des Klosters, sondern auch des dazugehörenden Hotels, einer Schule, eines Pflegeheims und einer Akademie.

Im Kloster Hegne, das auf einer Anhöhe über dem Bodensee zwischen Allensbach und Konstanz liegt, leben und arbeiten derzeit noch 184 Schwestern. Seit 130 Jahren wirken die Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz, die dem franziskanischen Orden angehören, am westlichen Bodensee. SWR-Reportern Barbara Paul hat Oberin Schwester Maria Paola besucht.

Das Klosterleben muss mit der Zeit gehen

Für Schwester Maria Paola hat das heutige Klosterleben nichts mehr mit dem Mittelalter zu tun. Im Kloster werden Beschlüsse möglichst in franziskanischer Tradition im Gespräch mit den Mitschwestern getroffen. Das sei nicht immer einfach, sagt die Oberin. Aber ein "So wird es gemacht!" sei nicht zeitgemäß. Und doch bleiben täglich viele Entscheidungen an ihr hängen, denn im Kloster Hegne ist seit Jahren vieles Bewegung.

Zukunft gestalten für Kloster, Hotel, Pflegeheim und Schule

Das Haus soll Zukunft haben, auch wenn die Schwestern immer älter werden und Ordens-Nachwuchs fehlt. Die Arbeit von Oberin Maria Paola ist dabei geprägt von dem Bestreben, mit weltlichen Mitarbeitern die geistlichen Werte im Sinne des Ordens zu erhalten und weiterzugeben.

Die Provinzoberin Schwester Maria Paola vom Kloster Hegne (Foto: Pressestelle, Kloster Hegne)
Die Provinzoberin Schwester Maria Paola im Garten von Kloster Hegne Pressestelle Kloster Hegne

Dass sie einmal Ordensschwester werde würde, hatte sich in ihrem Leben nicht abgezeichnet. Es sei wie ein Blitz vom Himmel gekommen, erzählt Schwester Maria Paola. Als sie mit Anfang 20 eine Freundin in der Schule des Klosters Hegne besuchte und auf dem Rückweg auf der Fähre von Konstanz nach Meersburg eine Möwe beobachtete, habe sie gedacht, dass sie auch so frei sein wollte.

"Und in diesem Moment kam mir wie aus heiterem Himmel der Gedanke 'ja dann musst du ins Kloster gehen'."

Den Gedanken habe sie zunächst zwar nicht ernstgenommen, losgelassen habe er sie aber nicht mehr. Eineinhalb Jahre später war es so weit: Sie trat tatsächlich ins Kloster ein. Ihre Umgebung habe das nicht verstanden, von einer ausgebildeten Erzieherin in einer mäßig katholischen Familie im Schwäbischen aufgewachsen, habe man das nicht erwartet.

Klosterleben und Weltoffenheit sind kein Gegensatz

Freunde und Familie hätten aber bald wahrgenommen, dass Maria Paola im Kloster glücklich war - und sie hätten auch bemerkt, dass Kloster nicht gleich Abgeschiedenheit bedeutete. Als Schwester studierte sie Sozialpädagogik und arbeitete 25 Jahre lang in einem Kinderheim. Schließlich wurde sie zur Provinzoberin von Kloster Hegne ernannt. Das Amt liebt sie, will es aber nur so lange ausüben, wie sie die Kraft dazu habe, sagt die 67-Jährige. Wenn sie das Amt einmal abgibt, werde sie eine andere sinnvolle Aufgabe im Kloster finden. Schwester Maria Paola schaut da sehr zuversichtlich in die Zukunft.

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