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Der Luftfahrt-Zulieferer Diehl Aviation mit Sitz in Laupheim will sich wegen der Corona-Krise neu aufstellen. Deutschlandweit sollen 1.400 Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch in Überlingen und Laupheim.

Das neue Konzept sieht einen Stellenabbau in den nächsten zwei Jahren vor. Betroffen seien alle Bereiche und alle Standorte, heißt es in einer Mitteilung. In Laupheim (Kreis Biberach) sollen über 600 der insgesamt 1.800 Arbeitsplätze wegfallen, sagte ein Sprecher dem SWR. Bei Diehl Aerospace sollen an drei Standorten 200 Stellen abgebaut werden, unter anderem in Überlingen (Bodenseekreis). Der Betriebsrat von Diehl in Laupheim, Dieter Kramer, ist nach eigenen Angaben geschockt über den Umfang des geplanten Stellenabbaus. Man hätte die Hälfte erwartet.

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Diehl rechnet mit massivem Umsatzeinbruch

Wegen der Corona-Krise rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzeinbruch. Für 2022 geht Diehl von einem Umsatz aus, der nur etwas mehr als der Hälfte des Jahres 2019 entsprechen würde. Durch die Restrukturierung und eine Innovationsoffensive will der Anbieter von Kabinenausstattungen und Flugzeugsystemen die Trendwende schaffen.

Laupheimer OB hofft auf sozialverträglichen Stellenabbau

Diehl Aviation mit Hauptsitz in Laupheim beschäftigt derzeit weltweit rund 5.500 Mitarbeiter. Kündigungen sollen, wie es heißt, so weit wie möglich vermieden werden. Frei werdende Stellen werden nicht wieder besetzt. Über andere Maßnahmen, wie zum Beispiel Abfindungen, soll demnächst verhandelt werden. Der Laupheimer Oberbürgermeister Gerold Rechle sagte dem SWR, die Nachricht habe die Stadt schwer getroffen. Er hoffe, dass der Stellenabbau bei Diehl so sozialverträglich wie möglich verlaufe.

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