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Der erste bestätigte Fall einer Coronavirus-Infektion ist am 3. März im Bodenseekreis aufgetaucht. Seitdem ist viel passiert. Mittlerweile gibt es mehr als 1.300 nachgewiesene Erkrankte.

3. März:
Der Bodenseekreis meldet einen ersten Corona-Fall. Es handele sich um einen Mann, der in der Lombardei Ski fahren war. Er befinde sich in häuslicher Quarantäne.

4. März:
Innerhalb von 24 Stunden werden fünf Fälle von Coronavirus in der Region Bodensee-Oberschwaben bekannt. Es handelt sich um einen 40-Jährigen aus dem Landkreis Sigmaringen, der in Südtirol Ski fahren war, einen Familienvater und eine 15-Jährige aus dem Kreis Lindau, einen Mann aus dem Bodenseekreis und eine Frau aus St. Gallen.

5. März:
Eine 53-jährige Frau aus dem Bodenseekreis ist wegen Coronavirus im Krankenhaus Überlingen. Bisher wurden alle Fälle in häusliche Quarantäne geschickt. Auch der Kreis Ravensburg meldet einen ersten bestätigten Fall, eine Person mittleren Alters aus Wangen im Allgäu. Und in Vorarlberg ist ein Student aus Mellau infiziert.
Die Messe Friedrichshafen sagt die traditionsreiche Verbrauchermesse "IBO" und die "Aqua-Fisch" vorsorglich ab. Ein paar Tage später kippt auch die "Tuning World Bodensee" und die Luftfahrtmesse "Aero".

6. März:
Drei Tage nach dem ersten Fall in der Region Bodensee-Oberschwaben gibt es einen Infizierten im Kreis Biberach und im Kanton Thurgau. 

8. März:
Nach einem Coronavirus-Fall im Kreis Biberach bleiben 18 Schulen und vier Kindergärten im Landkreis sowie das Gymnasium Bad Waldsee und das Studienkolleg Aulendorf-Blönried (Kreis Ravensburg) am folgenden Montag vorsorglich geschlossen. Der Infizierte hatte sich mit rund 100 Menschen auf einer Ferienfreizeit in Südtirol aufgehalten.

9. März:
In Oberteuringen im Bodenseekreis öffnet ein provisorisches Corona-Testzentrum für Verdachtsfälle. Wegen Überlastung wird es am 21. März in eine Halle der Messe Friedrichshafen verlegt.

10. März:
Die Stadt Ravensburg untersagt bis Mitte April Veranstaltungen, zu denen mehr als 1.000 Besucher erwartet werden. Im Kreis Ravensburg öffnet eine spezielle Coronavirus-Notfallpraxis für Bürgerinnen und Bürger, bei denen der Hausarzt den begründeten Verdacht einer Infektion hat.

13. März:
Zehn Tage nach dem ersten Infizierten in der Region steigt die Zahl der Corona-Fälle auf 50, weitere 34 gibt es in Vorarlberg sowie in den Kantonen Thurgau und St. Gallen.

14. März:
Der Vorstandsvorsitzende der Rolls-Royce Power Systems AG (MTU) in Friedrichshafen, Andreas Schell, ist mit dem Coronavirus infiziert. 3.000 Beschäftigte arbeiten in Homeoffice.

16. März:
Die Schließung der deutsch-österreichischen Grenze sorgt zwischen Bregenz und Lindau für kilometerlange Staus. Vom Einreiseverbot nach Deutschland ausgenommen sind Berufspendler und Waren.
Im bayerischen Kreis Lindau bleiben alle Schulen bis nach den Osterferien geschlossen.

17. März:
Erstmals in der Region Bodensee-Oberschwaben stirbt ein mit dem Coronavirus infizierter Patient. Nach Angaben des Landratsamts Sigmaringen handelt es sich um einen über 80 Jahre alten Mann, der zudem an einer schweren Lungenentzündung litt. 
Alle Schulen und Kindergärten in Oberschwaben und am Bodensee bleiben vorerst vorsorglich geschlossen.
Das Land Vorarlberg riegelt wegen einer Häufung von Coronavirus-Fällen am Arlberg die Gemeinden Lech, Zürs, Klösterle-Stuben, Warth und Schröcken ab.
Grenzkontrollen an der deutsch-schweizerischen Grenze sorgen für Verkehrschaos in Konstanz. Für den Autoverkehr ist nur noch der Autobahn-Grenzübergang zur Schweiz geöffnet.
Die Autofähre zwischen Friedrichshafen (Bodenseekreis) und Romanshorn (Kanton Thurgau) stellt den Betrieb ein.

18. März:
Eine Messehalle in Friedrichshafen wird zur Notunterkunft für bis zu 100 Corona-Patienten. 

19. März:
Der Bodensee-Airport in Friedrichshafen stellt den Charter- und Linienbetrieb vorübergehend ein. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen fährt seine Produktion und Verwaltung in Teilen herunter und kündigt Kurzarbeit an, möglicherweise bis Ende Juni.

20. März:
Im bayerischen Kreis Lindau gilt Ausgangssperre. In Baden-Württemberg sind Treffen von mehr als drei Menschen verboten. Fast alle Geschäfte außer Lebensmittelläden, Arztpraxen und Baumärkten bleiben geschlossen. Restaurants dürfen nur noch Außer-Haus-Essen anbieten. 388 Menschen sind infiziert, rund 300 weitere in Vorarlberg sowie in den Kantonen Thurgau und St. Gallen.

21. März:
Im Kreis Sigmaringen stirbt ein zweiter Mensch an einer Infektion mit dem Coronavirus. Nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums handelt es sich um eine über 80 Jahre alte Frau. 464 Menschen sind infiziert, rund 390 weitere in Vorarlberg sowie in den Kantonen Thurgau und St. Gallen.

23. März:
Der Öffentliche Nahverkehr in der Region Bodensee-Oberschwaben wird erheblich eingeschränkt. Die Katamaran-Schnellfähren verkehren nur noch eingeschränkt. Die Zahl der Infizierten übersteigt die 500er-Marke, die Landratsämter melden 509. Darunter ist auch ein zehn Monate altes Kleinkind im Kreis Biberach. Weitere 548 Corona-Fälle sind es in Vorarlberg und der Ostschweiz.
Für Verwirrung sorgen 2.000 Corona-Tests, die das MVZ Labor in Ravensburg wegen fehlender Chemikalien tagelang nicht auswerten konnte. Das Labor erklärt, die Proben könnten noch analysiert werden, die Behörden wollen, dass die Tests wiederholt werden.

24. März:
Im Kanton St. Gallen gibt es einen ersten Todesfall durch das Coronavirus. Unterdessen melden die Landratsämter immer mehr Menschen, die nach einer Corona-Infektion wieder gesund sind: Im Kreis Ravensburg sind es sieben, im Kreis Konstanz vier.

25. März:
Der Gesundheitsverbund im Kreis Konstanz stellt für schwerkranke Corona-Patienten aus der Region Elsass-Lothringen vier Behandlungsplätze zur Verfügung.
Das Bundesgesundheitsministerium verfügt einen sofortigen Einreisestopp für Erntehelfer aus Osteuropa. Das führt zu einem Aufschrei bei Spargel- und Obstbauern in der Region.

26. März:
Das Landratsamt Konstanz meldet einen Todesfall aufgrund des Coronavirus aus dem Kreis, gestorben sei der Mensch in Freiburg. Innerhalb von vier Tagen hat sich die Zahl der bestätigten Fälle im deutschen Bodenseeraum von rund 480 mehr als verdoppelt. Am Abend sind es erstmals mehr als 1.000.
In Vorarlberg gibt es das erste Todesopfer. Es handelt sich um einen 79-Jährigen, er starb im Krankenhaus Hohenems. Neun weitere Corona-Patienten liegen auf der Intensivstation.

27. März:
Der Kreis Biberach hat die ersten beiden Todesfälle durch das Coronavirus. Der Kanton St. Gallen meldet einen zweiten Todesfall. Insgesamt sind damit neun Menschen innerhalb von drei Wochen gestorben, zwei aus dem Kreis Sigmaringen, einer aus dem Kreis Konstanz, zwei im Kanton St. Gallen und je einer in Vorarlberg und im Thurgau.
In Vorarlberg gibt es 84 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Ab sofort unterstützt das Bundesheer mit rund 150 Soldaten aus der Steiermark die Polizei.
Fieberambulanzen werden in Containern und Zelten eingerichtet, in Biberach, Laupheim und Lindau. Sie sollen die überlasteten Hausarztpraxen unterstützen.

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