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Der Zaun an der deutsch-schweizerischen Grenze sorgte bis vor rund zwei Wochen für Aufsehen und emotionale Trennungen. Die Bürgermeister der Städte fordern: So einen Zaun darf es nicht wieder geben.

"Eigentlich sind Konstanz und Kreuzlingen eine Stadt", sagte der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt gegenüber der "Neuen Züricher Zeitung" (Mittwoch). "Man hätte genauso gut zwischen zwei Stadtteilen von Zürich oder Stuttgart einen Zaun bauen können. Das würde ebenfalls keinen Sinn machen."

Auch sein Schweizer Amtskollege Thomas Niederberger, Stadtpräsident von Kreuzlingen, hält den Grenzzaun für einen Fehler. "An der Grenze darf kein Zaun mehr aufgestellt werden, falls es zu einer zweiten Welle kommen sollte - oder ein anderes Virus im Anzug ist", sagte er. "Wir müssen die Probleme anders lösen."

Dutzende Menschen treffen sich an der Deutsch-Schweizer Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Immer wieder trafen sich getrennte Menschen am Grenzzaun zwischen Konstanz und Kreuzlingen. picture alliance/Felix Kästle/dpa

Grenzzaun als Trennung und Attraktion

Der Zaun war nach den weitgehenden Grenzschließungen Mitte März zunächst von deutscher Seite hochgezogen worden. Viele Anwohner waren plötzlich getrennt, Liebespaare konnten sich nicht mehr treffen. Zuweilen sei unter dem Zaun eine Picknickdecke hindurchgeschoben worden, damit die Menschen zusammensitzen konnten, sagte Burchardt.

Der Zaun selbst habe als Attraktion Menschenmengen angezogen. Schließlich wurde auf Schweizer Seite ebenfalls ein Zaun errichtet, um die Abstandsregeln zu gewährleisten. Mitte Mai wurde der Zaun im Zuge der Lockerungen wieder abgebaut:

Bürgermeister: Grüne Grenze soll offen bleiben

Die Bürgermeister räumten ein, dass im Falle einer zweiten Corona-Welle die Bundesbehörden in Berlin und Bern über eine Grenzschließung entscheiden würden. Sie würden sich aber dafür einsetzen, dass die grüne Grenze offen bleibt, sagte Burchardt.

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