Buch von Ludwig Zimmermann: Oberschwaben im Nationalsozialismus (Foto: SWR, Thea Thomiczek)

Oberschwaben im Nationalsozialismus

Heimatforscher Ludwig Zimmermann arbeitet oberschwäbische Vergangenheit auf

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Ludwig Zimmermann aus Wolperstwende (Kreis Ravensburg) ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen. In seinem neuen Buch geht es darum, wie stark Oberschwaben beim Nationalsozialismus mitgewirkt hat.

Am 9. Mai wurde der 77. Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs begangen. Und noch immer werden bedeutende Einzelheiten aus der Zeit des Nationalsozialismus zu Tage gefördert. Für das Thema Oberschwaben im Nationalsozialismus interessierte sich der Lokalpolitiker und ehemalige Lehrer Ludwig Zimmermann seit seinem 18. Lebensjahr. Damals erfuhr er, dass seine Tante ein Euthanasieopfer der Nazis geworden war.
In Überlieferungen erschien die ländliche Region Oberschwabens immer weit weg von der Nazi-Ideologie. Stattdessen wurde in Erzählungen auf die Kundgebungen von Bischof Sproll verwiesen, der ein erklärter Gegner des Nationalsozialismus war.

"Bevor ich mit dem Schreiben begann, war ich der Meinung, bei uns im Oberschwäbischen habe es diese riesige Begeisterung für das Dritte Reich nicht gegeben."

Im Gespräch mit SWR-Moderatorin Thea Thomiczek erzählt Zimmermann, was er in seinen Recherchen herausgefunden hat.

Viele regionale Biografien hat Zimmermann detailreich aufgearbeitet. Ein markantes Beispiel ist die des Mochenwangener Arztes und Nazis Dietrich Walcher. Noch Ende der 1980er-Jahre wurde der Arzt zum Ehrenbürger ernannt. Schon damals habe er davor gewarnt, erzählt der Heimatforscher.

Einen wichtigen Impuls für seine Recherchen erhielt Ludwig Zimmermann durch den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, der sich für die Erinnerungskultur einsetzte.

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