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Nach der Premiere von "Nero" am Mittwochabend ist am Donnerstagabend die erste Aufführung von "Rigoletto" vom Publikum gefeiert worden. Damit wurde auch die Seebühne wieder bespielt.

Es war die erste von insgesamt 28 geplanten Aufführungen der 170 Jahre alten Oper von Giuseppe Verdi. Die Premiere war mit knapp 7.000 Zuschauerinnen und Zuschauer nahezu ausverkauft. Alle mussten nachweisen, geimpft, genesen oder getestet zu sein.

Die Oper um den Hofnarren des Herzogs von Mantua war bereits bei den Festspielen 2019 ein Kassenschlager. Damals kamen 180.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Alle Vorstellungen waren ausverkauft.

"Nero" zur Eröffnung

Am Mittwoch waren die Festspiele feierlich eröffnet worden. Am Abend wurde die Premiere der modernen Oper "Nero" (1924) von Arrigo Boito im Festspielhaus gespielt. Die Oper wird eher selten aufgeführt, daher war die Premiere in Bregenz eine Besonderheit. Wer es verpasst hat, hat aber noch zwei Chancen. Denn "Nero" wird insgesamt dreimal aufgeführt.

Zwei Schauspieler sind auf einer Bühne zu sehen. Einer trägt eine Dornenkrone. (Foto: Pressestelle, Bregenzer Festspiele/Karl Forster)
Die Oper "Nero" von Arrigo Boito eröffnet die Bregenzer Festspiele im Jahr 2021. Pressestelle Bregenzer Festspiele/Karl Forster

Oper, Konzerte, Theater - ein großes Angebot

Insgesamt finden bei den Bregenzer Festspielen bis zum 22. August 80 Veranstaltungen statt, darunter Konzerte der Wiener Symphoniker, Theaterstücke wie Kleists "Michael Kohlhaas" im Theater am Kornmarkt sowie zwei Uraufführungen.

So sieht das Bühnenbild von hinten aus

Das "Rigoletto"-Bühnenbild auf der Seebühne ist auch außerhalb der Aufführungen eine Attraktion. Es wiegt etwa 140 Tonnen und steht auf 120 Pfählen im Seegrund. Regelmäßig gibt es Führungen über das Festspielgelände. Meist kann dabei auch die Seebühne betreten und besichtigt werden.

Bühnenbild für Verdis"Rigoletto" 2021 auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele (Foto: SWR, Karin Wehrheim)
So sieht das Bühnenbild zu Verdis Oper "Rigoletto" von der VIP-Lounge aus. Das ist nicht ganz billig, dafür garantiert es Opernerlebnis ohne Nasswerden. Die Panoramafenster sind zur Vorstellung natürlich offen... Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Ein langer Steg führt vom Seeufer auf die Seebühne. Der Zugang ist nur mit einer Führung erlaubt und nur, wenn keine Proben laufen. Vom Steg aus bietet das Bühnenbild besondere Einsichten. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Das Bühnenbild für "Rigoletto" ruht auf rund 120 Peloten, das sind massive Baumstämme, die in den Seegrund gerammt worden sind. Stählerne Peloten tragen die Hinterbühne, sie werden nicht alle zwei Jahre erneuert. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Von der Hinterbühne aus kann man in den 35 Tonnen schweren Kopf der Marionette sehen. Dahinter befinden sich die Ränge der Zuschauertribüne. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Im Kopf stecken die beiden Augäpfel, auch sie können bewegt werden und sogar verschwinden. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
15 Meter hoch ist der mit Helium gefüllte Ballon, den die Marionette festhält. Er hat - nach den Vorschriften des österreichischen Luftfahrtgesetzes - eine Zulassungsnummer. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Bei zu viel Wind darf die Marionettenhand den Ballon nicht loslassen. Er könnte sonst davongeweht werden... Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Hinter der Bühne wartet ein aufblasbarer Augapfel auf seinen Einsatz, er ist mannshoch. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
500 kleine und große Scheinwerfer rings um die Seebühne und im Bühnenbild versteckt sorgen für optimale Ausleuchtung des Spektakels. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Wer von den Mitwirkenden hat seine Rüstung bereits überprüfen lassen? Auf einem Notizbrettchen wird das bei jeder Aufführung für alle festgehalten. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Irgendjemand hat im ersten "Rigoletto"-Jahr 2019 hinter der Bühne festgehalten, wie viele Vorstellungen stattfanden: 26. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Die Peitsche der Dompteurin als Requisite scheint ausgeliehen... sollen rostige Nägel der Ersatz sein? Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Apropos Requisiten... da gibt es mehrere Schränke voll davon: Hier liegen eine große Schere aus Pappe, ein Affenmesser, zwei Chloroformflaschen... Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen
Ein tonnenschweres Gewicht am Ende des Stahlauslegers sorgt dafür, dass der riesige Kopf nicht in den Bodensee plumpst. Karin Wehrheim Bild in Detailansicht öffnen

1.600 Mitwirkende während der Festspielsaison

Die Bregenzer Festspiele beschäftigen im Sommer etwa 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu zählen neben den Solisten, Orchestermusikern, Chorsängern und Stuntleuten auch Bühnentechniker, Akustiker, Requisiteure, Schneiderinnen und Platzanweiser. Drei von ihnen stellen sich und ihre Arbeit vor:

Die Bregenzer Festspiele sind wegen Corona nur zugänglich für Menschen, die genesen, geimpft oder negativ getestet worden sind. Die Details der Vorgaben finden sich hier. Auf dem Festspielgelände selbst gibt es keine Testmöglichkeit.

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