Landtagswahl 2021 in der Region Bodensee-Oberschwaben

Abgeordnete äußern sich zu möglicher Ampel-Koalition

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Die zukünftigen Landtagsabgeordneten der Grünen in der Region Bodensee-Oberschwaben halten sich mit Aussagen zu möglichen Regierungspartnern zurück. Die Partei könnte sowohl mit der CDU weiterregieren als auch eine Ampelkoalition mit SPD und FDP eingehen.

Fast wie abgesprochen äußern sich die Grünen-Politkerinnen und Politiker aus der Region Bodensee-Oberschwaben: Parteien und Farben seien nicht wichtig, es gehe um die Inhalte. Zu einer möglichen Ampel-Koalition von Grünen, SPD und FDP, sagte Nese Erikli (Wahlkreis Konstanz) am Montag im SWR: "Für uns Grüne ist eine Koalition keine Frage der Person, sondern es geht um die Inhalte. Wir haben sehr große Aufgaben für die kommenden Jahre, einmal auf Grund der Corona-Pandemie, dann aber auch wegen der Klimakrise und wir werden die Koalition schließen, in der wir die meisten grünen Inhalte auch durchsetzen können."

Die wichtigsten Themen für die Grünen seien Klimaschutz und gesellschaftlicher Zusammenhalt, meinte Dorothea Wehinger (Wahlkreis Singen). Petra Krebs (Wahlkreis Wangen) setzt auf eine stabile Mehrheit, auch die Zusammenarbeit mit der CDU habe funktioniert, so Krebs. 

FDP will nicht mit AfD verhandeln

Klaus Hoher aus Salem errang für die FDP im Wahlkreis Bodensee mit großem Stimmenzuwachs für seine Partei das Zweitmandat. Er kündigte am Sonntagabend an, dass die FDP mit allen Parteien außer der AfD über eine Regierungsbeteiligung sprechen wolle.

SPD würde sich über Ampel-Koalition freuen

Hans-Peter Storz von der SPD (Wahlkreis Singen) würde sich freuen, wenn seine Partei mitregieren dürfte. "Ich durfte das schon mal erleben von 2011 bis 2016. Man kann gestalten und Dinge aus seinem Wahlprogramm umsetzten", sagte er am Montag. Er kann sich gut vorstellen, dass die SPD bei einer Regierung dabei sein könnte. "Aber das muss jetzt der gewählte Ministerpräsident entscheiden. Ich hoffe nicht, dass es nochmal zu Grün-Schwarz kommt, ich fand, das war Stillstand."

Reaktionen auf den Ausgang der Wahl am Wahlabend

Die Grünen haben bei der Landtagswahl in der Region Bodensee-Oberschwaben sechs von sieben Direktmandaten geholt. Das sorgte für Enttäuschung bei der CDU. Christian Natterer, der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Ravensburg, sagte gegenüber dem SWR, es sei eine schwere Niederlage für die CDU. Der Ministerpräsident habe die Wahl ganz klar gewonnen.

Freude dagegen bei den Grünen. Die Ravensburger Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger teilte auf Twitter mit, dass sie dankbar für das Vertrauen und den Zuspruch für Kretschmann und die Grünen sei.

Wow! Über 30 %! Zutiefst dankbar für das Vertrauen & den Zuspruch für Winfried & für grüne Politik. Gerade in dieser Zeit alles andere als selbstverständlich. Das ist große Verantwortung, für die wir auch in Zukunft unser Bestes für die Menschen in Baden-Württemberg geben werden

Auch die Ravensburger Grünen-Basis feierte den Wahlsieg und das Ergebnis ihres Kandidaten, dem baden-württembergischen Sozialminister Manne Lucha. SWR-Reporterin Theresia Blömer hat am Sonntagabend in Ravensburg mit Mitgliedern des Grünen-Kreisverbands gesprochen:

Politikwissenschaftler hat starkes Grünen-Abschneiden erwartet

Die Wahlergebnisse der Landtagswahl in den Wahlkreisen der Region Bodensee-Oberschwaben spiegeln den Landestrend wider. Für den Politikwissenschaftler Reinhold Weber von der Landeszentrale für politische Bildung ist das starke Abschneiden der Grünen keine Überraschung.

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