DGB-Streik in Friedrichshafen (Foto: SWR, Marion Kynass)

Beschäftigte fordern bessere Arbeitsbedingungen und Entlastung

Fachkräftemangel in Kitas ist in der Region Bodensee-Oberschwaben spürbar

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Die Gewerkschaft ver.di hat die Erzieherinnen und Kinderpfleger zum Warnstreik aufgerufen. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen, um unter anderem Personalmangel zu verhindern. Denn dieser ist in der Region bereits spürbar.

Zum Beispiel in Konstanz. Hier können die beiden neu sanierten Kitas Grenzbach und Allmansdorf zum neuen Kindergartenjahr im September nicht eröffnet werden. Mehr als 500.000 Euro haben die Sanierungen laut Stadt insgesamt gekostet. Aber nun fehlen Erziehrinnen und Erzieher.

"Es ist eine dramatische Situation, wir haben in den letzten Jahren viel in den Ausbau der Kindertagesbetreuung investiert. Das alles steht und fällt mit der Frage, ob und wann wir das notwendige Personal dafür finden."

Aktuell können in Konstanz etwa 380 Kinder unter drei Jahren und 300 Kinder über drei Jahre nicht versorgt werden, heißt es von der Stadt. Die Stadt Konstanz setzt wie viele andere Kommunen jetzt auf eine Öffentlichkeitskampagne. Darüber hinaus sollen ältere Erzieherinnen vor allem bis zur Rente gehalten werden, Azubis bekommen Übernahmegarantien, so die Stadt. Große Hoffnungen setzt Konstanz auch auf einen Kooperation mit Spanien, um Fachkräfte zu gewinnen.

Zahlreiche Teilnehmer bei Warnstreiks in der Region

Und auf diesen Personalmangel wollte die Gewerkschaften mit den Streiks am Mittwoch aufmerksam machen. Es soll in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern Druck gemacht werden, so eine Sprecherin von ver.di gegenüber dem SWR. Sie fordern neben Maßnahmen gegen den sich verschärfenden Fachkräftemangel bessere Arbeitsbedingungen und finanzielle Anerkennung ihrer Arbeit.

Ein Schwerpunkt der Aktionen lag laut einer Sprecher des ver.di-Bezirksverbands Südbaden Schwarzwald im Landkreis Konstanz. In Radolfzell (Kreis Konstanz) gab es am Mittwoch einen großen Demonstrationszug in die Innenstadt. Laut Polizei kamen rund 230 Streikende nach Radolfzell.

Zahlreiche Teilnehmer bei Kundgebung in Friedrichshafen erwartet

Auch in Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg), Überlingen, Markdorf (Bodenseekreis) und anderen Städten haben am Mittwoch viele Erzieherinnen und Erzieher die Arbeit niedergelegt. Sie trafen sich in Friedrichshafen zu einer Kundgebung. Laut der Gewerkschaft kamen rund 150 Teilnehmende zu der Kundgebung.

"Der Personalmangel, gepaart mit ständig steigenden Anforderungen bei Bildung und Betreuung, hat das System Kindertagesstätten in eine Schieflage gebracht."

In den vergangenen Wochen hatte es bereits zahlreiche regionale Streiks gegeben. Mitte Mai findet die dritte Runde der Tarifverhandlungen statt.

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