Blitz am Nachthimmel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Patrick Pleul/lbn  +++(c) ZB-FUNKREGIO OST)

Vorbereitungen abgeschlossen

Blitz-Experiment auf dem Säntis kann starten

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Die Aufbauarbeiten für das wissenschaftliche Experiment mit Blitzen auf dem Säntis werden am Montag abgeschlossen. Damit kann das Projekt Mitte Juni starten. Wegen Corona mit deutlicher Verspätung.

Ein Sprecher des zuständigen Technologie-Unternehmens Trumpf aus Ditzingen bei Stuttgart bestätigte den baldigen Abschluss der Vorbereitungsarbeiten dem SWR. Für den Blitzableiter mit Lasertechnik werden die letzten großen, tonnenschweren Teile mit dem Hubschrauber nach oben auf den mehr als 2.500 Meter hohen Säntis im Ostschweizer Appenzellerland transportiert. Die Wettervoraussetzungen seien gut, so der Sprecher. Die ersten Experimente sollen dann Mitte Juni starten.

Lassen sich Blitze mit Lasern ablenken?

Forscher aus der Schweiz und aus Frankreich wollen mit Hilfe besonders starker Laserstrahlen Blitze gezielt ablenken. Die Physiker wollen herausfinden, ob solche Laserstrahlen beispielsweise den Sendemast auf dem Säntis oder andere große Gebäude und Anlagen vor Blitzeinschlägen schützen könnten. Das Projekt nennt sich "Laser Lightning Rod", zu deutsch: Laser-Blitzableiter.

So funktioniert das Experiment

Ein starker Laserstrahl wird während eines Gewitters in die Wolken gerichtet. Dieser soll die Luft rund um den Strahl elektrisch aufladen, sodass ein Blitz dort einschlägt und im Inneren des Laserstrahls, wie in einem Tunnel, zu Boden geleitet wird. Dadurch sollen künftig Blitze von besonders anfälligen und gefährdeten Gebäuden, etwa Flughäfen oder Kraftwerken, abgelenkt werden, so die Pläne der Forscher.

Jedes Jahr entstehen Schäden in Milliardenhöhe durch Blitzeinschläge, so die Wissenschaftler. Das wolle man durch den Laser verhindern und somit eine neue Technologie voranbringen. Denn der Blitzableiter von heute basiere immer noch weitestgehend auf demselben Prinzip wie der von Benjamin Franklin entworfene aus dem 18. Jahrhundert.

In fünf bis zehn Jahren soll die neue Technik einsatzbereit sein, hofft das Laser-Technologie-Unternehmen Trumpf.

Verschiebung wegen Corona

Auf dem Säntis schlagen im Jahr bis zu 400 Blitze ein. Das wissenschaftliche Pilotprojekt sollte ursprünglich vergangenen Sommer starten. Wegen der Corona-Pandemie wurde es immer wieder verschoben.

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