Eine Leitung mit dem Schriftzug "Methan" verläuft am 15.04.2014 auf dem Gelände der weltweit ersten Anlage zur industriellen Produktion von Methangas in Werlte. In dieser Anlage wird mit Hilfe von überschüssigem Ökostrom aus Wasser Wasserstoffgas und in einem zweiten Schritt Methan, also synthetisches Erdgas, hergestellt.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Hermann Pentermann)

Drohende Energiekrise wegen Ukraine-Krieg

Kißlegger Firma: Mehr Biogas könnte Gas-Engpässen abfedern

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Biogasanlagen könnten drohende Gas-Engpässe entschärfen. Darauf weist die Firma "Biologische Reststoff Verwertung" in Kißlegg im Allgäu (Kreis Ravensburg) hin. Doch es gibt bürokratische Hürden.

Die Kißlegger Biogasanlage produziert aus Speiseabfällen Bio-Methan, das ins Erdgasnetz eingespeist wird und rund 1.000 Haushalte versorgen kann - und es ginge noch mehr.

"Die Aufbereitungstechnik ist in den letzten Jahren so weit modernisiert worden, dass wir in unserem Betrieb eine Verdoppelung oder Verdreifachung von erzeugtem Gas in kürzester Zeit schaffen."

Allerdings gebe es bürokratische Hürden. Denn im Bebauungsplan der Anlagen ist die Gasmenge festgelegt, die erzeugt werden darf. Der Bebauungsplan müsste für eine höhere Produktion also geändert werden. Deshalb hatte das Kißlegger Unternehmen Mitte Juni Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) um Hilfe gebeten, hieß es. Doch bisher sei keine Antwort gekommen.

Deutschlandweit könnte mehr Biomethan produziert werden

Der Fachverband Biogas spricht von rund 200 Anlagen deutschlandweit, die Bio-Methan produzieren und mehr liefern könnten. Biomethan sei ein wichtiger Baustein der Energiewende und könne bedenkenlos überall dort genutzt werden, wo auch Erdgas zum Einsatz kommt, heißt es von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

"Biogas ist ein brennbares Gas wie das Erdgas auch."

Umwandlung von regulären Biogasanlagen möglich

Biogasanlagen in der Nähe von Erdgasnetzen gebe es viele. Sie bräuchten lediglich eine neue Verdichtungstechnik, damit das Biogas mit ausreichendem Druck ins Erdgasnetz gelangt. Doch auch hier gebe es viele bürokratische Hürden, sagt Keppler. Ebenso wie bei den Rohstoffen für die Vergärung. Während Futterpflanzen wie Mais zugelassen sind, dürfen etwa Pflanzenreste nur in Anlagen mit Sondergenehmigung. Weil sie per Gesetz als Abfall gelten, sind sie für herkömmliche Anlagen tabu.

Der Konstanzer CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Jung sagt, seine Fraktion habe im Bundestag gefordert, Hürden abzubauen, um mit Biomasse Strom und Gas zu erzeugen. An dem Tag, an dem die Kohlekraft noch einmal erweckt worden sein, habe man die Biomasse weiter gedeckelt worden. "Das passt nicht zusammen", so Jung. Deshalb erwarte er, dass man an diese Frage noch einmal herangehe.

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