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Polizei und die Stadt Konstanz haben nach dem Protest-Wochenende von Corona-Kritikern und Gegendemonstranten in Konstanz eine positive Bilanz gezogen. Es gab keine größeren Zwischenfälle.

Tausende Menschen haben in Konstanz für und gegen die Corona-Politik demonstriert. Insgesamt 29 Veranstaltungen waren angekündigt, viele wurden jedoch kurzfristig abgesagt, die Teilnehmerzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. So schätzte die Polizei die Teilnehmerzahl bei der "Friedenskette" am Samstag auf rund 11.000 Teilnehmer, die Veranstalter hatten auf 250.000 gehofft. Am Sonntag zählte die Polizei rund 2.000 Teilnehmer an den Konstanzer "Querdenker"-Kundgebungen gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern, die Veranstalter selbst sprachen von bis zu 5.000 Menschen, die mitgemacht hätten.

"Nachdenken" statt "Querdenken"

Gegenwind gab es an beiden Tagen bei zahlreichen Veranstaltungen von Kritikern der "Querdenken"-Bewegung. Sie protestierten vor allem gegen die aus ihrer Sicht rechtsextreme Unterwanderung der Querdenker-Bewegung, gegen Rassismus und für eine Einhaltung der Corona-Regeln.

Reizgas gegen "Antifa"

Keine größeren Zwischenfälle meldete die Polizei am Sonntagabend in ihrer Abschlussbilanz. Nur ein Vorkommnis sorgte kurzzeitig für Aufregung: Ein Mann warf bei der "Querdenken"-Kundgebung am Sonntag einen Feuerwerkskörper in die Menge, man habe ihn jedoch ermitteln können. Und: Mehrere Gegendemonstranten der sogenannten Antifa versuchten, eine Polizei-Absperrung zu durchbrechen und mussten von der Polizei mit Reizgas zurückgehalten werden.

"Kein Platz für Querdenker in Konstanz"

Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) zeigte sich am Sonntag erleichtert, dass das Protestwochenende in Konstanz ohne größere Auseinandersetzungen zu Ende gegangen war. Und er lobte die Konstanzer für ihre Haltung. Die Stadt habe freundlich und entschlossen gezeigt, dass sie keine Anlaufstelle für die "Querdenken"-Bewegung sei.

Lucha findet niedrige Demo-Beteiligung "ermutigend"

Der baden-württembergische Sozialminister und Ravensburger Landtagsabgeordnete Manne Lucha (Grüne) sieht die vergleichsweise geringe Beteiligung an den Anti- Corona-Demonstrationen am Wochenende in Konstanz als Bestätigung für den Kurs der Landesregierung. Lucha sagte im Radioprogramm SWR Aktuell, es sei "ermutigend, dass offensichtlich unsere rationale auf Gesundheitsschutz ausgerichtete Politik von den Menschen auch anerkannt wird." Den Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen nehme man ernst. Es handele sich aber um eine kleine Gruppe.

"Querdenken" kündigt weitere Demos an

Am Sonntagabend sprach Michael Ballweg, der Kopf der Stuttgarter "Querdenker"-Bewegung, in Konstanz. Er kündigte nach dpa-Informationen die nächsten Großdemonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen an: Die sollen am 7. November in Leipzig und an Silvester in Berlin stattfinden.

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