Bedinende Roboter (Foto: SWR)

Früher Kuhstall, jetzt Hightech-Arbeitsplatz

In Horgenzeller Besenwirtschaft bedient ein Roboter

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Keßlers Besenwirtschaft bei Horgenzell (Kreis Ravensburg) hat seit Kurzem einen Hightech-Mitarbeiter aus Fernost: Ein Roboter hilft im Service mit.

In Keßlers Besenwirtschaft bei Horgenzell, die aus einem Kuhstall entstanden ist, arbeitet seit drei Monaten ein Roboter im Service. Urig sollte es in der Wirtschaft zugehen, das war die ursprüngliche Idee von Inhaber Wilhelm Keßler. Durch Zufall kam der unermüdliche Hightech-Mitarbeiter dazu: Bei der Anschaffung eines neuen Kassensystems hat der Händler für den Service-Roboter geworben. Es sei der neueste Trend - das hat Inhaber Keßler überzeugt. Der emsige Roboter ist inzwischen bei den Mitarbeitern genauso beliebt wie bei den Gästen.

Roboter soll Servicekräfte entlasten

Berührungsängste mit dem Roboter habe es in der Horgenzeller Besenwirtschaft nie gegeben, sagt Chefin Johanna Keßler. Der fleißige Hightech-Helfer soll die anderen Servicekräfte nicht ersetzen, er soll sie nur entlasten. Schwere Tellerberge in die Küche hieven - das macht nun der Roboter. Servieren, sobald das Essen heiß aus der Küche kommt - auch dafür steht der Roboter parat. Bei den Keßlers in der Besenwirtschaft wird der Roboter wie ein Mitarbeiter oder wie eine Mitarbeiterin angesprochen: "Hildegard" wird 'sie' genannt. "Wir haben uns blitzschnell an sie gewöhnt", so die Chefin.

"Deshalb hat sie gleich einen Namen bekommen. Sie ist wie ein Familienmitglied, wie gutes Personal einfach."

Die Horgenzeller Helferin "Hildegard" kommt aus Südkorea, eine österreichische Firma vertreibt die Service-Roboter. Sie sind so programmiert, dass sie selbst in verwinkelten, aber stufenlosen Räumen alle Wege finden. Und wenn der Durchgang mal versperrt ist, kann "Hildegard" sich auch bemerkbar machen: "Vorsicht bitte, ich muss kurz durch. Lieferung ist unterwegs, bitte lassen sie mich durch", sagt der Roboter dann.

Unermüdliche Servicekraft

Der Roboter hat sich bereits unentbehrlich gemacht. Wilhelm Keßler liebäugelt auch schon mit weiteren Hightech-Mitarbeitern. "Für unsere Größe müsste man drei Stück haben. Wir überlegen, ob wir das im nächsten Jahr finanzieren können", sagt er. Und wenn die neuen Kolleginnen oder Kollegen von "Hildegard" da sind, werden neue Namen sicher schnell gefunden.

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