Polizist winkt mit Stop-Kelle Autofahrer von der Straße (Foto: SWR, Moritz Kluthe)

40 Fahrerinnen und Fahrer zu schnell unterwegs

Geschwindigkeitskontrolle der Polizei auf der B30 bei Baindt

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Schnelles Fahren ist eine der häufigsten Ursachen für tödliche Verkehrsunfälle. Um die Raser zu bremsen hat die Polizei an der B30 bei Baindt (Kreis Ravensburg) am Mittwochvormittag einige Fahrer kontrolliert.

Allein im Bodenseekreis und in den Kreisen Ravensburg und Sigmaringen kamen im vergangenen Jahr 15 Menschen wegen Unfällen mit zu hoher Geschwindigkeit ums Leben. In ganz Baden-Württemberg waren es 120. Schwere Verkehrsunfälle passierten besonders auf großen überregionalen Straßen, sagt eine Polizeisprecherin. Deshalb habe man sich entschlossen, auf der B30 zwischen Baindt und Weingarten die Geschwindigkeit zu messen.

Polizist visiert mit Lasermessgerät Auto auf einer Straße an (Foto: SWR, Moritz Kluthe)
Polizist Patric Osswald nimmt einen vermeintlichen Raser ins Visier. Moritz Kluthe

Probefahrt mit 207 Stundenkilometern

An diesem Morgen steht Patric Osswald von der Ravensburger Verkehrspolizei etwas versteckt hinter einem Baum an einem Waldweg, der parallel zur B30 verläuft, und schaut durch das Zielfernrohr des Lasermessgeräts. An dieser Stelle hätten seine Kollegen erst vor einigen Wochen eine junge Porschefahrerin, die auf Probefahrt war, mit 207 Stundenkilometern erwischt, wo 100 erlaubt ist.

Stammtischgerede, dass mit den Tempo-Messungen nur der Staatsäckel gefüllt werden soll, ärgert Oswald. Ihm geht es bei den Geschwindigkeitskontrollen um etwas anderes. Denn sein Polizeibereich sei auch für die Aufnahme von schweren und tödlichen Verkehrsunfällen zuständig.

"Dadurch sehen wir auch zwangsläufig immer die Konsequenz daraus: Nämlich das Leid, das Elend und die hohen Sachschäden. Und deswegen ist man da noch viel motivierter, dagegen vorzugehen."

Fahrer mit 146 Stundenkilometern im Tempo-100-Bereich

Oswald arbeitet seit gut acht Jahren bei der Verkehrspolizei. In der Zeit habe sich im Fahrverhalten der Autofahrerinnen und Autofahrer nicht viel geändert. Wenig später erspäht er einen alten, silbernen Mercedes, der mit 146 Stundenkilometern unterwegs ist. Per Funk gibt er seine Beobachtung an die Kollegen weiter, die 700 Meter weiter stehen und den Fahrer mit der Polizeikelle zur Seite winken.

An dem Mercedes klärt eine Beamtin den Fahrer auf, dass er zu schnell gefahren ist. Doch der zeigt sich zunächst wenig einsichtig. Für ihn wird die schnelle Fahrt ziemlich teuer. Nach dem Abzug der Messtoleranz war er immer noch 41 Stundenkilometer zu schnell. Das heißt: Ihn erwarten, zwei Punkte in Flensburg, 320 Euro Bußgeld und einen Monat Fahrverbot.

Insgesamt haben die Beamtinnen und Beamten der Verkehrspolizei am Mittwochvormittag insgesamt 40 Fahrerinnen und Fahrer angehalten, weil sie zu schnell waren. Fünf waren so schnell, dass auf sie ein Fahrverbot zukomme, heißt es von der Polizei. Die höchste Geschwindigkeit hatte der Mercedes-Fahrer.

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