Flur eines Krankenhauses (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Kay Nietfeld (Symbolbild))

Krankenhaus-Debatte auch im Kreis Ravensburg

Sorge um Krankenhäuser in Bad Waldsee und Wangen

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Die Städte Bad Waldsee und Wangen (Kreis Ravensburg) sorgen sich um die Zukunft ihrer Krankenhäuser. Überlegungen der Geschäftsleitung bereiten den Bürgermeistern Unruhe.

Eine Schließung des Krankenhauses Bad Waldsee komme nicht in Frage, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Das Krankenhaus habe für die nördliche Region des Landkreises Ravensburg eine herausragende Bedeutung. Mitarbeiter des Krankenhauses sowie niedergelassenen Ärzte, die städtischen Reha-Kliniken und eine Bürgerinitiative schließen sich der Kritik an. Man erwarte vom Landkreis und den politisch Verantwortlichen Ehrlichkeit und ein klares und verlässliches medizinisches Konzept, so Matthias Henne, Bürgermeister von Bad Waldsee. In Wangen im Allgäu plädierte Oberbürgermeister Michael Lang gegenüber dem SWR gar für einem Neubau des Krankenhaus-Standortes.

Kleine Krankenhäuser: Defizite und Fachkräftemangel

Entfacht wurde die Diskussion bereits im Sommer durch Überlegungen der Geschäftsleitung des Oberschwabenklinikverbunds (OSK), zu dem die Häuser in Bad Waldsee und Wangen gehören, Doppelstrukturen langfristig aufzulösen. Die Geschäftsführung hatte im Juli öffentlich über Fachkräftemangel geklagt und angekündigt, dass Doppelstrukturen im Klinikverbund überdacht werden sollen, etwa im Orthopädiebereich. Damals hieß es, eine komplette Schließung von Standorten sei momentan kein Thema.

Klinik-Schließungen im Kreis Sigmaringen angekündigt

Die Diskussion um die medizinische Versorgung in der Region Bodensee-Oberschwaben hält damit weiter an. Im Landkreis Sigmaringen hatten zu Wochenbeginn die SRH-Kliniken die Schließung ihrer Häuser in Bad Saulgau und Pfullendorf angekündigt. Als Grund wurde auch hier der Fachkräftemangel genannt und finanzielle Defizite. Durch sinkende Patientenzahlen und veränderte politische Rahmenbedingungen seien die kleinen Häuser nicht mehr finanzierbar, so die SRH-Geschäftsleitung.

Über die Entwicklung der Krankenhaus-Landschaft in der Region hat SWR-Moderatorin Thea Thomiczek mit dem Hauptgeschäftsführer der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) , Mathias Einwag, gesprochen.

Weniger kleine Krankenhäuser in Oberschwaben

In Weingarten im Kreis Ravensburg wurde vergangenes Jahr das Krankenhaus 14 Nothelfer geschlossen, das zum Medizin Campus Bodensee gehörte. Grund waren Millionenverluste. Und im Sommer vergangenen Jahres stellte die Sana-Klinik in Riedlingen im Kreis Biberach den stationären Betrieb ein. Als Gründe nannte die Geschäftsführung damals gegenüber dem Portal Bibliomedmanager eine sinkende Auslastung und Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung. Außerdem gebe es eine Benachteiligung kleinerer Krankenhausstandorte mit fehlender Spezialisierung durch gesetzgeberische Vorgaben, wie den Pflegepersonaluntergrenzen, Mindestmengenvorgaben oder Vergütungsabschlägen in der Notfallversorgung, heißt es weiter. 

Bereits vor rund acht Jahren hatte die OSK wegen finanzieller Schwierigkeiten ihre kleineren Standorte in Isny im Allgäu und Leutkirch im Kreis Ravensburg geschlossen.

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