Regen macht den Landwirten auf den Feldern zu schaffen (Foto: dpa Bildfunk, Arne Detert)

Bilanz der Wetterwarte Süd

Juli in der Region Bodensee-Oberschwaben ziemlich verregnet

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Im Juli hat es an einigen Stellen in Oberschwaben dreimal so viel geregnet wie sonst üblich. Das meldet die Wetterwarte Süd. Landwirte wünschen sich jetzt wieder trockeneres Wetter.

315 Liter Regen pro Quadratmeter wurden an einer Wetterstation in Weingarten (Kreis Ravensburg) gemessen. Das war der Spitzenwert in Oberschwaben, so Roland Roth von der Wetterwarte Süd. Der Juli war in Bad Schussenried (Kreis Biberach) der zweit-regenreichste seit Beginn der Messungen an der Wetterwarte Süd.

Doch während Tief Bernd in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schwere Schäden durch Überflutungen anrichtete, kam die Region Bodensee-Oberschwaben mit einigen Starkregenereignissen, Hagel und einigen Überflutungen glimpflich davon.

Regen füllt Grundwasserspiegel wieder auf

Für Roland Roth haben die Regenmassen in der Region auch etwas Gutes. Sie seien vor allem für die Wälder und den Grundwasserspiegel ein Segen. Auch die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in Karlsruhe meldet landesweit bis auf wenige Ausnahmen, wie etwa in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen), "unerwartete Grundwasseranstiege". Dieses Phänomen sei im Sommer äußerst selten und angesichts der ausgeprägten Trockenheit der vergangenen Jahre besonders eindrucksvoll.

Weniger begeistert sind viele Landwirte in Oberschwaben und am Bodensee. Ihnen macht der Regen schwer zu schaffen. Denn sie können das Getreide nicht ernten. Die Wintergerste sollte längst geerntet sein, doch zum Teil steht sie immer noch auf den Feldern. So wie auch der Dinkel bei Landwirt Karl-Heinz Mayer aus Owingen (Bodenseekreis). Das Getreide ist zu feucht, um es zu ernten, sagt er.

Landwirte fürchten Ernteausfälle

Wenn es noch länger stehen bleibt, fängt das Korn an zu keimen. Dann tauge es nicht mehr als Mehl für Backwaren. Er könne es nur noch als Viehfutter, im schlimmsten Fall sogar nur für die Biogasanlage verwenden.

Durch das Wetter leidet auch die Qualität beim Weizen, beim Raps droht Pilzbefall. Außerdem sind die Böden stellenweise so aufgeweicht, dass die Landwirte mit ihrem schweren Gerät manche Felder kaum befahren können. Sie brauchen dringend mindestens eine Woche Trockenheit.

Roth schreibt Sommer noch nicht ab

Neben vielen verregneten gab es auch schöne Tage im Juli. An insgesamt bis zu 17 Tagen kletterte das Thermometer über 25 Grad. Im Vergleich zu den vergangenen dreißig Jahren lag der Juli jedoch einen Grad unter dem Mittelwert. Trotzdem sollte man den Sommer noch nicht abschreiben, meint Roland Roth.

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