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Die Firma Kessler in Bad Buchau (Kreis Biberach) hat 160 Mitarbeitern gekündigt. Der Maschinenbauzulieferer ist das erste größere Unternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben, das aufgrund der Corona-Krise viele Mitarbeiter entlässt.

Kessler entlässt 160 seiner 800 Mitarbeiter und damit fast 20 Prozent seiner Belegschaft. Die Kündigungen seien schon lange überfällig gewesen, sagen die beiden Geschäftsführer. Denn die Geschäfte liefen schon länger schlecht. Die Entlassungen seien zwingend, um den Betrieb zu retten, sagte Geschäftsführer Jochen Glück dem SWR.

"Wenn wir nicht reagieren, verbrennen wir Geld. Das Geld ist dann Verlust. Und Verlust bedeutet kein Cash mehr."

Jochen Glück, Geschäftsführer von Kessler

Auch Betriebsrat sieht keine Alternative zu Entlassungen

Auch der Betriebsrat ist der Meinung, dass es zu den Entlassungen keine Alternative gegeben habe. "Wir sind wirklich detailliert aufgeklärt worden, wie die Zahlen sind und wo wir jetzt stehen. Wir haben das dann schlucken müssen, dass die Belegschaft zu groß ist", sagte Gerhard Rief vom Kessler-Betriebsrat.

Die entlassenen Mitarbeiter sollen eine Abfindung bekommen und könnten bis zu einem Jahr in eine Transfergesellschaft mit 80 Prozent des vorigen Nettogehalts wechseln. Derzeit reiche die Arbeit nach Unternehmensangaben für 83 Mitarbeiter. Für die restlichen 560 Mitarbeiter sei Kurzarbeit angemeldet.

Entlassungen bei weiteren Unternehmen möglich

Kessler-Geschäftsführer Jochen Glück geht davon aus, dass auch weitere Unternehmen in den nächsten Tagen Entlassungen bekannt geben.
"Kein Unternehmen kann mit 20 bis 30 Prozent Einbruch die Mitarbeiterzahl halten. Das wird nicht funktionieren."

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