Rolls-Royce Power Systems Friedrichshafen bekommt den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg. Firmengebäude mit Fahnen davor. (Foto: Pressestelle, Rolls-Royce Power Systems Friedrichshafen)

Trotz Ukraine-Krieg und Preissteigerungen

Auftragsrekord für Rolls-Royce Power Systems aus Friedrichshafen

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Das Unternehmen Rolls-Royce Power Systems aus Friedrichshafen hat im ersten Halbjahr den höchsten Auftragseingang der Firmengeschichte erzielt. Auch Umsatz und Gewinn wurden gesteigert.

Trotz schwieriger Bedingungen hat das Unternehmen Rolls-Royce Power Systems im ersten Halbjahr des Jahres 2022 einen Auftragsrekord erzielt. Das Unternehmen sei in den vergangenen Monaten durch sehr raue See gesteuert, so Andreas Schell, der Vorstandsvorsitzende von Rolls-Royce Power Systems bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz. Trotz Inflation, großer Probleme bei Lieferketten und enorm gestiegenen Energiepreisen sei die Nachfrage nach den Produkten sehr hoch. Rolls-Royce Power Systems stellt unter anderem große Motoren aber auch große Stromspeicher und Generatoren her.

53 Prozent Auftragssteigerung

Mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen im ersten Halbjahr den höchsten Auftragseingang der Firmengeschichte, mit einer Steigerung von rund 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders der Bereich Stromerzeugung boomte. Der Umsatz konnte bereinigt um 20 Prozent gesteigert werden. Der Gewinn stieg auf rund 142 Millionen Euro.

Ukraine-Krieg führt zu Verlusten und Solidaritätsaktionen

Wegen des Krieges in der Ukraine hat sich Rolls-Royce Power Systems von seinem Russlandgeschäft getrennt. Rund 100 Millionen Euro Umsatz seien so entgangen, sagt der Vorstandsvorsitzende Andreas Schell. Zudem habe man versucht, Mitarbeiter aus Russland in anderen Betrieben weltweit unterzubringen.

Doch der Ukraine-Krieg habe auch zu einer Welle der Hilfsbereitschaft im Unternehmen geführt, so Schell. Das Unternehmen hat zwei Aggregate für die Energieversorgung an die Ukraine gespendet, die vor Ort die Stromversorgung garantieren. Außerdem haben Mitarbeiter, der Betriebsrat und das Unternehmen zusammen rund 500.000 Euro an Spenden gesammelt, die teils in dem Land und teils in Deutschland für die Versorgung von Geflüchteten verwendet werden.

Taskforce sichert Nachschub

Ein weiteres großes Problem ist laut Schell die Versorgung mit Bauteilen und Materialien. Weil die Lieferketten weiter gestört seien, habe man eigens eine Taskforce eingeführt. Sie kümmert sich darum, wo Bauteile bestellt und auch geliefert werden können. Auch die Auslieferung von produzierten Teilen verzögere sich. Das führe dazu, dass auch Geld später ankommt und somit der sogenannte Cash-Flow gestört sei, so der Vorstandsvorsitzende.

Bald größter Wasserstoffabnehmer am Bodensee

Ein wichtiger Treibstoff der Zukunft ist laut Andreas Schell Wasserstoff. Daher investiert das Unternehmen in diesem Bereich besonders. Kürzlich übernahm Rolls-Royce Power Systems 54 Prozent der Anteile am Elektrolyse-Stack-Spezialisten Hoeller Electrolyzer. Damit will das Unternehmen künftig eigene Elektrolyseure entwickeln. So könne "grüner" Wasserstoff hergestellt werden - mit Ökostrom. In einigen Jahren werde man der größte Wasserstoffabnehmer am Bodensee sein, so Schell.

Auf die steigenden Energiepreise reagiert Rolls-Royce Power Systems damit, weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Durch einen Solarpark in Tengen (Kreis Konstanz) könne man schon jetzt 1.300 Tonnen CO2 einsparen, so das Unternehmen.

Gute Aussichten - dank Sondervermögen der Bundeswehr

Auch die Aussichten auf das zweite Halbjahr sind gut: Unter anderem hofft Rolls-Royce Power Systems auf Aufträge für Schiffsmotoren und Motoren für Großfahrzeuge im Militärbereich. Dafür will das Unternehmen bis zu 450 Stellen schaffen, in neue Maschinen und einen Ausbau der Produktion in Friedrichshafen investieren.

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