Eine Apfel-Plantage mit augespannten Hagelnetzen und vollen, roten Früchten (Foto: SWR, Roser / (Archivbild))

Mehr Äpfel als im vergangenen Jahr erwartet

Start der Apfelernte am Bodensee

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Am Bodensee geht die Apfelernte los. Die Apfelbauern erwarten eine bessere Ernte als im Vorjahr. Doch die Qualität der Äpfel hat unter dem Wetter gelitten.

Die Erntemenge der Apfelbauern am Bodensee wird in diesem Jahr voraussichtlich rund drei Prozent höher ausfallen als 2020. Das erklärte die Marktgemeinschaft Bodenseeobst anlässlich des Erntebeginns. Sie erwartet 257.000 Tonnen Äpfel. Allerdings hätten sich der Frost im Frühjahr und das Regenwetter im Juni und Juli negativ auf die Qualität der Äpfel ausgewirkt, sagte Egon Treyer von der Marktgemeinschaft Bodenseeobst dem SWR.

Auch bei den Konkurrenten fällt die Ernte gut aus

Die Obstbauern fürchten zudem, dass die Preise unter Druck geraten, weil Polen mit großen Mengen Äpfeln auf den Markt drängt. Dabei sei jeder Cent pro Kilo wichtig, damit die Obstbauern überhaupt noch ins Plus kämen, erklärte Landwirtin Antonia Kitt aus Überlingen. Sie kritisiert, dass das meiste Geld bei den Supermärkten hängen bleibe und fordert die Verbraucher dazu auf, gezielt nach heimischem Obst zu fragen. Dieses dürfte wegen der kühlen Nächte und warmen Sonnentage die perfekte Balance zwischen Süße und Säure bekommen, so die Landwirtin.

Beim Apfelsaft auf der Ostalb andere Lage

Der Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft erwartet dieses Jahr eine unterdurchschnittliche Apfelsaftsaison. Das teilte der Verband auf einer Veranstaltung in Horgenzell (Kreis Ravensburg) mit. Der Verband schätzt, dass dieses Jahr etwa 80 Prozent einer durchschnittlichen Streuobst-Ernte eingefahren werden können. Besonders in rauen Lagen wie der Ostalb führten Spätfröste zu einer schwachen Ernte, so ein Verbandsreferent. Wegen der niedrigeren Temperaturen wären auch weniger Bienen und Hummeln geflogen, dazu noch Unwetter und Hagel, das hätte zu Ausfällen bei Qualität und Menge geführt.

In der Bodenseeregion wird mit einer normalen Ernte gerechnet

In der Bodenseeregion werde mehr Tafelobst als Streuobst angebaut. Vom Tafelobst bliebe dieses Jahr durch die Frostschäden mehr für die Saftherstellung übrig, hieß es. Die geringeren Erträge beim Streuobst könne das aber nicht ausgleichen, so der Verbandssprecher. Im vergangenen Jahr sind laut Verbandsangaben in Baden-Württemberg etwa 225 Millionen Liter Apfelsaft gekeltert worden.

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