STAND

Der Bürgermeister von Amtzell ist wegen Untreue angezeigt worden. Es geht um eine Spendenaktion für den Libanon. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob Ermittlungen eingeleitet werden.

Die Bilder der riesigen Bombenexplosion im Hafen von Beirut gingen um die Welt. Und auch in Amtzell (Kreis Ravensburg) hat man entsetzt in den Libanon geschaut. Schließlich unterstützten sechs Gemeinden aus dem Allgäu schon seit langem Hilfsprojekte in dem Land im nahen Osten. Die Gemeinde wollte etwas tun und helfen.

THW-Helfer in Beirut (Foto: Pressestelle, THW)
Bürger aus Amtzell wollten den Menschen im Libanon helfen. Nach der schweren Explosion waren große Teile des Beiruter Hafens komplett zerstört. Pressestelle THW

Spenden ins Ausland Sache der Gemeinde?

Der Vorschlag: Jede Gemeinde solle einen Euro pro Einwohner an Hilfsprojekte im Libanon spenden. Amtzell beschloss, das zu machen. Doch jetzt ist Bürgermeister Clemens Moll (CDU) angezeigt worden: wegen Untreue. Der Amtzeller Gemeinderat nahm daraufhin am Montag die Entscheidung zurück. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob gegen den Bürgermeister ermittelt wird.

Die sechs Gemeinden haben in der Frage ganz unterschiedlich entschieden: Das bayerische Heimenkirch stimmte für die Spende, Kisslegg und Opfenbach dagegen. Der Bürgermeister von Opfenbach sagte, Spenden im Ausland seien nicht Aufgabe der Gemeinde.

Clemens Moll ist seit 2010 Bürgermeister von Amtzell.

Mehr zum Thema:

6. August - SWR1 Thema heute Die Katastrophe von Beirut: Die Tage danach

Am zweiten Tag nach der schweren Explosion in der Hauptstadt des Libanon mit über 130 Toten und rund 5.000 Verletzten haben zahlreiche Staaten und Organisationen ihre Hilfe versprochen.  mehr...

SWR1 Der Tag in Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

Nach Explosion in Beirut Allgäuer Gemeinden wollen helfen

Sechs Gemeinden im Allgäu, die seit längerem an einem Hilfsprojekt für libanesische Ortschaften beteiligt sind, wollen nach der Explosion im Hafen von Beirut helfen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN