Festakt mit Ministerpräsident Kretschmann

Altkatholiken feiern 150 Jahre Gemeinde Konstanz

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Die altkatholische Gemeinde Konstanz feiert dieser Tage ihr 150-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum hält der baden-württembergische Ministerpräsident die Kanzelrede in der Konstanzer Christuskirche.

Zum Festakt der Altkatholiken in der Konstanzer Christuskirche St. Konrad am Freitag, 15. Juli 2022, wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erwartet. Beginn ist um 18 Uhr, Besucher aller Konfessionen und auch ohne Religionsbindung sind willkommen.

Die Christuskirche St. Konrad ist das Gotteshaus der Konstanzer Altkatholiken. Zu der Gemeinde gehören zwar nur 266 Mitglieder, sie umfasst aber dennoch ein sehr großes Gebiet, nämlich die Kreise Konstanz, Ravensburg, Biberach, Bodensee und Lindau. SWR-Reporterin Thea Thomiczek hat einen Gottesdienst bei den Altkatholiken in Ravensburg besucht.

Die altkatholische Kirche wurde vor 150 Jahren, kurz nach dem Ersten Vatikanischen Konzil der römisch-katholischen Kirche gegründet. Bei der Konzils-Zusammenkunft der Kirchenführer wurde das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes festgelegt. Diejenigen, die das Dogma ablehnten, wurden exkommuniziert. Viele suchten eine neue spirituelle Heimat. Sie gründeten ab 1872 eigene Gemeinden und Ortskirchen und nannten sich "Alt-Katholiken", um sich von den neuen Bestimmungen der römisch-katholischen Kirche abzugrenzen.

Altkatholiken feiern 150 Jahre Bestehen in Konstanz
Gottesdienst der Altkatholiken im evangelischen Gemeindesaal in Ravensburg.

In Deutschland gibt es derzeit 15.000 Altkatholiken in 60 Gemeinden. Was sie heute zur römisch-katholischen Kirche unterscheidet, ist, dass ihre Priester heiraten können, dass Frauen geweiht und gleichgeschlechtliche Paare gesegnet werden. Auch Laien haben in der altkatholischen Kirche ein großes Mitspracherecht. Ein Gottesdienst der Altkatholiken ist einer Eucharistiefeier der römisch-katholischen Kirche sehr ähnlich, es gibt nur kleine Abweichungen in der Liturgie.

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SWR