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Die Corona-Infektionszahlen steigen auch in der Region Bodensee-Oberschwaben stark an. Trotzdem sollen die Alten- und Pflegeheime weiter für Besucher offen bleiben, daran arbeiten die Betreiber.

Noch einmal eine Komplett-Sperrung der Einrichtungen soll es auf keinen Fall geben, sagte die Stiftung Liebenau aus Meckenbeuren dem SWR. Man werde alles tun, um das zu verhindern und den Menschen in den Heimen die sozialen Kontakte erhalten bleiben. Die Stiftung Liebenau betreut rund 1.800 Menschen in ihren Heimen in Deutschland. Auch die Träger anderer Einrichtungen wollen eine Schließung ihrer Heime für Besucher unbedingt verhindern.

Klare Regeln für alle Besucher

Damit das klappt, haben die Einrichtungen klare Regeln aufgestellt. Nur noch zwei Besucher pro Bewohner am Tag. Eine Sprecherin der Evangelischen Heimstiftung in Friedrichshafen erklärte, sobald die Vorwarnstufe von 35 Fällen auf 100.000 Einwohner erreicht sei, sollen Besuche dann komplett auf Verwandte beschränkt werden. Allen Besuchern werde die Temperatur gemessen. Die Stiftung St. Elisabeth in Bad Waldsee teilte mit, wichtiger sei derzeit, die geltende Maskenpflicht durchzusetzen. Vereinzelt kämen Besucher dieser nicht mehr nach. Wer sich weigert, sich an die Regeln zu halten, bekomme Hausverbot, so eine Sprecherin der Stiftung St. Elisabeth, die Häuser unter anderem in Bad Waldsee, Biberach und Ochsenhausen betreibt.

David Heltzel, seine Frau Selina und Baby Lars  besuchen Uroma Lucia Dobras, die sich im Altenheim durch ein Fenster mit ihnen unterhält (Foto: SWR)
Während der Hochphase der Corona-Pandemie zwischen März und Mai waren an vielen Altenheime nur solche Besuche möglich. Eine Familie grüßt die Oma durchs Fenster.

Lockdown sehr belastend für die Bewohner

Der Lockdown im Frühjahr sei richtig gewesen, weil man noch zu wenig über das Coronavirus wusste, etwa wie es sich ausbreitet und wie es wirkt, so der Tenor unter den Heimleitungen. Die fehlenden sozialen Kontakte seien aber eine große Belastung für die Heimbewohner gewesen. Jetzt sei die Situation eine andere. Deshalb sei eine erneute Komplettsperrung der Senioren- und Pflegeheime nicht unbedingt nötig. Sollte es einen Fall geben, werde der sofort isoliert behandelt.

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