Auf der Intensivstation im Klinikum Wangen im Allgäu (Foto: SWR, Marion Kynaß)

Bundeswehr soll helfen

Am Limit: Arbeiten auf der Intensivstation in Wangen

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Auf den Intensivstationen spitzt sich die Lage zu, das medizinische Personal kommt langsam an seine Grenzen. In den Häusern der Oberschwabenklinik (OSK) helfen ab sofort Bundeswehrsoldaten aus.

Das Krankenhaus Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) gehört zum Klinikverbund OSK. Dort werden viele Corona-Patienten behandelt, auch auf der Normalstation. Auf der Intensivstation gibt es kaum noch Platz. Seit vier Wochen sind zehn bis zwölf der insgesamt 14 Betten mit Corona-Patienten belegt. Die meisten Patientinnen und Patienten sind ungeimpft, viele müssen über einen langen Zeitraum beatmet werden und brauchen intensive Pflege.

"Ich habe Angst, dass wir diesmal wirklich an unsere absoluten Grenzen kommen."

Pflegekräfte sind erschöpft

Die Patienten leiden und manchmal auch sterben zu sehen, ist für das Pflegeteam eine große Belastung. Hinzu kommt die körperliche Anstrengung, auch durch das stundenlange Arbeiten im Schutzanzug. Das Personal ist müde, muss sich immer wieder neu motivieren, sagt Stationsleiterin Elisabeth Pfänder. Wie lange das noch klappt, weiß sie nicht. SWR-Reporterin Marion Kynass war auf der Intensivstation im Westallgäuklinikum und hat mit den Ärzten und Pflegekräften über ihre Arbeit gesprochen:

Arbeitsbelastung nimmt nicht ab

Intensivkrankenschwester Irene Stimmler ist seit Beginn der Pandemie im Dauerstress, ein Ende ist nicht in Sicht. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen fühlen sich mittlerweile von der Politik im Stich gelassen.

"Das macht mich mürbe, jeden Tag vor einem riesigen Berg Arbeit zu stehen, und ich hab das Gefühl, ihn nicht abarbeiten zu können - weil er morgen wieder so groß ist."

Dass die vierte Welle jetzt schon solche Ausmaße hat und die Intensiv-Station mit Corona-Patienten nahezu ausgelastet ist, das hat Irene Stimmler nicht erwartet. Wie die Intensivkrankenschwester mit der Situation umgeht und woher das Team die Kraft nimmt weiterzumachen, berichtet SWR-Reporterin Marion Kynass:

Bundeswehrsoldaten sollen aushelfen

Der Klinikverbund OSK hat mittlerweile die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Vorerst würden zwei Soldaten an das St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg kommen, so OSK-Sprecher Winfried Leiprecht. Man hoffe, dass darüber hinaus noch weitere Hilfe möglich sei. Ende Mai waren an der OSK die letzten Bundeswehrsoldaten verabschiedet worden, die bei der Versorgung von Corona-Patienten geholfen hatten. Durch die Unterstützung der Soldaten, die ausgebildete Pflegefachkräfte und Notfallsanitäter waren, konnten damals auf der sogenannten Intermediate Care-Station drei bis vier zusätzliche Betten belegt werden.

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