weiblicher Haussperling sitzt auf einem Grashalm (Foto: dpa Bildfunk, Nicolas Armer)

Weniger Brutpaare Forscher warnen vor Vogelsterben am Bodensee

Es gibt immer weniger Amseln, Spatzen und Stare am Bodensee. Die Bestände gingen seit Jahrzehnten drastisch zurück, warnen die Ornithologen des Max-Planck-Instituts in Radolfzell.

Die Forscher legen eindrucksvolle Zahlen vor. 1980 haben am Bodensee mehr als 450.000 Vogelpaare gebrütet. Dreißig Jahre später wurden nur noch knapp 350.000 Brutpaare gezählt. Besonders stark betroffen seien einst häufige Vogelarten wie Spatz, Amsel und Star. Die Entwicklung am Bodensee spiegele zugleich einen europaweiten Abwärtstrend wider.

Langzeit-Studie rund um den Bodensee

Die Experten des Max-Planck-Instituts in Radolfzell im Landkreis Konstanz haben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Vogelwelt" veröffentlicht. Für die Langzeit-Studie wurden die Vögel rund um den Bodensee erfasst, jeweils im Abstand von zehn Jahren.

Grund ist Insektensterben

Den Hauptgrund für das Vogelsterben sehen die Forscher im vom Menschen verursachten Insektensterben. Die Vögel verlören dadurch ihre Nahrungsquelle. Nach Meinung der Vogelkundler sollten in der Landwirtschaft viel weniger Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel verwendet werden. Denn heutige Agrarlandschaften seien vogelfeindliche Gebiete. Das einstmals in der Agrarlandschaft häufige Rebhuhn etwa sei inzwischen rund um den Bodensee ausgestorben.

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