Ein Einbaum aus der Bronzezeit im Bodensee vor Wasserburg (Foto: BGfU/Tobias Pflederer)

Einbaum aus der Bronzezeit im Bodensee Ein Stück Geschichte ist gehoben

Ein mehr als 3.000 Jahre alter Einbaum ist aus dem Bodensee geborgen worden. Das knapp sieben Meter lange Boot aus Eichenholz war vor drei Jahren vor Wasserburg entdeckt worden.

Der Wasserburger Christoph Schmid hatte das Boot schon als Schüler beim Schnorcheln im Bodensee entdeckt. 2015 suchte und fand er es erneut.

„Ich dachte, das sei ein Schiffswrack. Das war mir unheimlich. Deshalb wollte ich lange nichts mehr davon wissen.“

Christoph Schmid, Wasserburg

Wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege bei der Vorstellung des Fundes am Donnerstag in Lindau berichtete, handelt es sich um einen Einbaum aus der Bronzezeit. Er ist etwa 3.150 Jahre alt, 6,80 Meter lang und aus einem 120 Zentimeter starken Eichenstamm gefertigt. Während das Heck nahezu vollständig erhalten ist, ist der Bug teilweise ausgebrochen. Die Bordwände sind nur noch wenige Zentimeter hoch erhalten.

Ältester Schiffsfund im Bodensee

Nach Angaben der Behörde handelt es sich um Bayerns ältestes Boot. Der „Einbaum von Wasserburg“ sei zugleich der älteste Schiffsfund im Bodensee. Der Einbaum lag, von einer dünnen Schlickschicht bedeckt, etwa 170 Meter vom Ufer entfernt nahe der Eschbach-Mündung bei Wasserburg. Die Experten gehen davon aus, dass er noch nicht lange dort gelegen hat.

„Wie er dahingekommen ist, können wir nicht beantworten. Möglicherweise hat die Strömung ihn dorthin getrieben.“

Dorothee Ott, Landesamt für Denkmalpflege

Untersuchungen ergaben, dass die Eiche, aus dem das historische Wasserschiff gebaut ist, um das Jahr 1130 vor Christus gefällt worden sein muss.

Ein Einbaum aus dem Bodensee (Foto: BGfU/Angermayr)
BGfU/Angermayr

Nach einer ersten Sichtung durch die Wasserwacht und die Wasserschutzpolizei Lindau untersuchten Taucher der Bayerischen Gesellschaft für Unterwasserarchäologie e.V. (BGfU) den Fund. In sechs Tauchgängen dokumentierten sie die Lage und die Form des Einbaums, entnahmen Proben für die Datierung und prüften Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung des Bootes. Der Fund wird jetzt geborgen und anschließend von der Archäologischen Staatssammlung in München konserviert.

Bisher nur wenige Einbäume

Einbaum-Funde gibt es in Oberschwaben bisher unter anderem im Federseemoor bei Bad Buchau und Oggelshausen (Kreis Biberach) sowie im Königseggsee im Kreis Ravensburg. Im Federseemuseum erhalten ist ein Einbaum, der 1928 im Federseeried entdeckt worden war. Im Bodensee war 1929 vor Wollmatingen ein Einbaum gefunden worden, sein Verbleib ist unbekannt. Ein weiteres Exemplar wurde nach alten Zeitungsberichten 1976 im Bodensee gesichtet, es wurde nicht gehoben.

STAND