Zwei Männer mit schwarzer Hautfarbe arbeiten in einer Fabrik an Geräten (Foto: SWR)

Firmen kritisieren Abschiebungen Strobl will arbeitenden Flüchtlingen helfen

Innenminister Strobl will sich dafür einsetzen, dass gut integrierte, angestellte Flüchtlinge dauerhaft in Deutschland arbeiten können. Unternehmer aus Baden-Württemberg hatten Druck gemacht.

Am Donnerstag und Freitag traf sich Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Stuttgart mit Vertretern einer Unternehmer-Initiative. Der Verbund von 80 Unternehmern fordert ein Bleiberecht für Flüchtlinge, die sich bereits erfolgreich integriert haben und arbeiten.

Federführend bei dem Gespräch waren die Chefs der Tettnanger Firma Vaude, der Brauerei Härle in Leutkirch und von Trigema in Burladingen. Sie erklärten, wie wichtig es ist, gut integrierte Mitarbeiter nicht abzuschieben. Denn die Unternehmer befürchten hohe wirtschaftliche Ausfälle, wenn eingearbeitete Mitarbeiter abgeschoben werden. Mühevolle Integrationsarbeit wäre dann umsonst gewesen.

Ein Mann mit schwarzer Hautfarbe arbeitet in einer Fabrikhalle an einer Maschine (Foto: Pressestelle, VAUDE)
Der Sportartikelhersteller Vaude in Tettnang hat aktuell zwölf Geflüchtete fest angestellt - nur fünf von ihnen haben ein sicheres Aufenthaltsrecht. Pressestelle VAUDE

Verständnis von Innenminister Strobl

Innenminister Strobl sagte, dass er die Sorgen der Unternehmen verstehe, warnte jedoch gleichzeitig davor, das Asylrecht zu wirtschaftlichen Zwecken umzumünzen. Trotzdem wolle er sich um die Anliegen kümmern, zum Beispiel wenn die CDU-geführte Bundesregierung ein Einwanderungsgesetz aushandele. Dazu wolle er weiter mit den Unternehmern im Gespräch bleiben. Im Herbst ist ein weiteres Treffen geplant.

Integration bei Vaude in Tettnang

Der Sportartikelhersteller Vaude in Tettnang hat zum Beispiel zwölf Flüchtlinge eingestellt, die nach Firmenangaben gute Arbeit leisten. Sechs von ihnen sollen jedoch abgeschoben werden. Dagegen hat das Unternehmen rechtliche Schritte eingeleitet, erklärt Vaude-Chefin Antje von Dewitz.

„Die bürokratischen Prozesse müssen abgekürzt werden, es braucht ein Bleiberecht für die, die jetzt Arbeit haben, und es braucht zukünftig auch ein Einwanderungsgesetz.“

Antje von Dewitz, Chefin Vaude Tettnang

Wie die Firma Vaude mitteilte, können diese Arbeitsplätze nur sehr schwer mit Einheimischen besetzt werden, es drohten Umsatzverluste.

Ein Kommentar von Sina Rosenkranz

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