Ansicht der Stadt Singen. Im Vordergrund sind Häuser zu sehen, im Hintergrund der Berg Hohentwiel (Foto: SWR)

Burgfest im Juli abgesagt Nach Felssturz: Burgruine Hohentwiel in Singen bleibt zu

Die Burgruine Hohentwiel - ein beliebtes Ausflugsziel - bleibt nach einem Felssturz weiterhin gesperrt. Das hat wirtschaftliche Folgen. Die Touristen bleiben aus, die Gastronomie hat Probleme.

Seit April ist die Festungsruine Hohentwiel in Singen (Kreis Konstanz) geschlossen. Seitdem kämen auch keine Gäste mehr, so Gastronom Dirk Schröder, der ein Hotel und Restaurant am Fuße des Hohentwiel führt. Zwischen 20.000 und 30.000 Euro Einbußen habe er bereits verzeichnet. Mittlerweile seien auch die ersten Stornierungen seiner Hotelzimmer für das Hohentwiel-Festival eingegangen. Die Konzerte wurden aus Sicherheitsgründen auf den Rathausplatz in Singen verlegt. Deshalb würden sich die Besucher lieber ein Hotel in der Stadt suchen, so Schröder.

Traditionsreiches Burgfest in Singen ist abgesagt

Das zweitägige Burgfest, das für den 20. und 21. Juli geplant war, fällt sogar komplett aus. Es findet seit 50 Jahren auf der Festungsruine Hohentwiel statt. Tourismus-Chef Jörg Unger sagte dem SWR, er verstehe, dass die Sicherheit vorgehe, dennoch sei er traurig, dass das Fest ersatzlos gestrichen wurde.

Felssturz an der Festungsruine Hohentwiel

Vor rund zwei Monaten hatte sich an der Festungsruine ein Felsbrocken aus einer Steilwand gelöst und war aus rund 20 Metern Höhe in unmittelbarer Nähe eines Weges zur Festungsruine gefallen. Verletzt wurde niemand. Spezialisten untersuchten daraufhin die Steilwand. Sie stellten fest, dass sich noch weitere lose Felsstücke an der Steilwand befinden. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Burgruine deshalb bis auf Weiteres gesperrt.

Hohentwiel könnte bis Ende des Jahres gesperrt bleiben

Laut der zuständigen Behörde, dem Landesamt für Vermögen und Bau in Konstanz, ist geplant, unter anderem so genannte Geröllfangzäune anzubringen. Wann die Arbeiten beginnen, sei noch unklar. Laut Behörde müssen alle weiteren Arbeiten zunächst ausgeschrieben und dann an eine Fachfirma vergeben werden. Der Tourismus-Chef der Stadt Singen, Jörg Unger, vermutet, dass der Hohentwiel wohl auch noch für den Rest des Jahres für Besucher nicht zugänglich sein wird.

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