So gelingt guter Kompost Wie aus Bio-Abfall wertvolle Erde wird

Was für uns Küchen- und Gartenabfälle sind, ist für die Natur purer Rohstoff. Gartenexperte Fleischer aus Grünkraut erklärt, wie aus Kartoffelschalen und welkem Laub wertvoller Dünger wird.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Was darf auf den Kompost und was nicht?

Der Begriff Kompost, auch das "Gold des Gärtners" genannt, stammt vom lateinischen "Componere" und bedeutet Zusammensetzen. Doch was genau gehört nun in den Kompost und wie schaffe ich meinen eigenen Komposthaufen?

Darf rein:

  • Pflanzliche Küchenabfälle wie Kartoffel-, Eier- und Gemüseschalen
  • Kaffeesatz
  • Laub
  • Pflanzenreste und Schnittabfälle aus dem Garten
  • Tipp: Am besten häckseln Sie manche Pflanzenreste und packen diese zwischen feuchte Materialien wie Rasenschnitt oder Fallobst
  • Orangen- und Zitrusschalen sollten nur in haushaltsüblichen Mengen kompostiert werden, da die Früchte meist mit Chemikalien behandelt wurden. Am besten werden sie vorher noch etwas zerkleinert.

Darf nicht rein:

  • Speiseabfälle - diese können Nagetiere anlocken
  • Achten Sie darauf, dass Wurzel- und Samenunkräuter wie Giersch oder Distel nicht in Ihren Kompost geraten, sonst wird der Haufen schnell zur "Unkrautschleuder"
  • Holzasche in großen Mengen kann den Kompostierungsvorgang behindern

Anleitung zum eigenen Komposthaufen:

  1. Für die perfekte Zusammensetzung des eigenen Komposts im Garten bedarf es einer Fläche, die ungefähr so groß wie eine Badewanne ist - oder anders ausgedrückt: eine Fläche von mindestens ein mal ein Meter.
  2. Weder zu viel Sonne, noch zu viel Regen sind gut für den Kompost. Der ideale Platz liegt also im Halbschatten beispielsweise unter ein paar Bäumen.
  3. Der Kompost kann zwar auch frei aufgeschichtet werden, es bietet sich allerdings an, das Plätzchen mit unbehandeltem Holz oder Steinen einzugrenzen. Die Höhe der Begrenzung sollte dabei etwa 80 Zentimeter betragen.
  4. Ganz wichtig ist, dass der Kompost auf gewachsenem Boden steht und nicht auf Beton. Nur so kann er möglichst schnell von Mikroorganismen besiedelt werden.
  5. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass der Biomüll nicht einfach kreuz und quer auf den Haufen geworfen wird. Der Kompost sollte immer mal wieder umgeschichtet werden, damit die Insekten, wie zum Beispiel Regenwürmer, genug Sauerstoff kriegen.

Das wohl Wichtigste ist aber die Geduld: Es kann bis zu neun Monate dauern, bis alle Stoffe und Abfälle verrottet und zu einer nährstoffreichen, gut riechenden Erde geworden sind.

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