Bushaltestelle mit Bus und Schülern im Frühnebel (Foto: SWR)

Schnelle Lösungen gesucht Kein Ende in Sicht im Bus-Chaos im Kreis Konstanz

Weil der Busverkehr im Kreis Konstanz weiterhin nicht funktioniert, sucht das Landratsamt jetzt pensionierte Busfahrer. Außerdem war eine Beschwerde-Hotline eingerichtet worden.

Um das Bus-Chaos im Kreis Konstanz in den Griff zu kriegen, versucht das Landratsamt jetzt, pensionierte Busfahrer zu gewinnen. Sie sollen kurzzeitig als Co-Busfahrer aushelfen und die neuen Chauffeure unterstützen. Außerdem würden die Beschwerden, die über die neue Hotline eingehen, ausgewertet und mit dem zuständigen Busunternehmen besprochen. Täglich gingen 200 Anrufe und 140 E-Mails ein.

Leichte Verbesserung im Bus-Chaos im Kreis Konstanz

Die Situation habe sich bei bestimmten Linien leicht verbessert, so das Landratsamt. Aber insgesamt sei man weit davon entfernt, dass der Busverkehr befriedigend oder gut ablaufe. Auf etwa vier Prozent der insgesamt 1.081 Strecken fallen laut Landratsamt derzeit Busse aus.

Probleme mit ortsunkundigen Busfahrern

Zum Jahreswechsel hatten neue Betreiber den Busverkehr im Kreis Konstanz übernommen. Seither kommt es im größten Zuständigkeitsbereich, den das Busunternehmen Klink aus Tuttlingen betreut, zu Verspätungen oder Ausfälle, von denen auch Schüler betroffen sind. Vielen Busfahrern fehlt laut Landratsamt Erfahrung und sie kennen sich auf den neuen Strecken nicht aus. Viele von ihnen sprechen kein Deutsch und können keine Auskünfte erteilen.

Neuer Betreiber räumt Fehler ein

Der Geschäftsführer des Tuttlinger Busunternehmens, Rainer Klink, gibt Fehler zu. Er räumte ein, die Fahrer nicht ausreichend geschult zu haben. Für den Auftrag habe er 80 neue Busfahrer eingestellt. Wegen des Fachkräftemangels kommen viele von ihnen aus dem Ausland. Die Busfahrer würden nun Sprachunterricht erhalten, so Klink. Außerdem habe er erfahrene Busfahrer aus Tuttlingen abgezogen, die jetzt im Kreis Konstanz eingesetzt werden.

Verdi macht Landratsamt Konstanz Vorwürfe

Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Landratsamt Konstanz vor, bei der Vergabe des Busverkehrs nur auf das günstigste Angebot geachtet zu haben. Das Busliniennetz im Kreis Konstanz war um eine Million Streckenkilometer erweitert worden. Es sei versäumt worden, die Anforderungen, die in der Ausschreibung standen, wie Deutschkenntnisse der Busfahrer, rechtzeitig zu überprüfen, so Verdi-Vertreter Andreas Schackert.

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