Ein Hinweisschild mit Bundesadler und dem Schriftzug "Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof" ist an der Bundesanwaltschaft angebracht.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Uli Deck)

Sarah O. aus Konstanz muss vor Gericht Mutmaßliche Terroristin angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die ehemalige Schülerin Sarah O. aus Konstanz erhoben. Der Hauptvorwurf: Die heute 21-Jährige soll Mitglied der Terrororganisation IS gewesen sein.

Die Bundesanwaltschaft wirft der 21-Jährigen vor, Mitglied des "Islamischen Staats" in Syrien gewesen zu sein, als eine Art bewaffnete Polizistin.

Mit 15 nach Syrien ausgereist

Sarah O. verschwand als 15-jährige Gymnasiastin im Herbst 2013 aus Konstanz und reiste über Stuttgart in die Türkei und weiter nach Syrien. Dort heiratete sie, so heißt es in der Anklage, einen IS-Kämpfer. Sie erhielt eine Waffenausbildung und übernahm mit ihrem Mann Wach- und Polizeidienste. Außerdem versuchte sie, Europäer zur Teilnahme am sogenannten "Heiligen Krieg" zu bewegen und nahm in ihrer Wohnung Neuankömmlinge für den IS auf.

In Syrien Sklavinnen gehalten

Zudem soll Sarah O. gemeinsam mit ihrem Ehemann ein jesidisches Mädchen und zwei jesidische Frauen als Sklavinnen gehalten haben. Als sich die militärische Lage 2017 in Syrien zuspitze, floh Sarah O. in die Türkei. Von dort wurde sie vergangenes Jahr nach Deutschland ausgeliefert. Sie sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Außergewöhnlicher Fall

Der Fall Sarah O. war 2013 einer der ersten Fälle dieser Art – und vor allem war sie damals mit 15 Jahren die bislang jüngste Frau auf dem Weg in den "Heiligen Krieg".

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