Keanu und Lenny Gebhardt, zwei behinderte Kinder mit Herzenswunsch USA-Reise (Foto: SWR)

Reise in die USA abgebrochen Pech für Keanu und Lenny

Die beiden schwerkranken Brüder Keanu und Lenny Gebhardt aus Rielasingen-Worblingen sind tieftraurig. Die 9 und 11 Jahre alten Jungen mussten am Samstag ihre geplante Reise in die USA stoppen.

Wochenlange Vorfreude, dann ging es am Samstag los. Doch im Flugzeug wurde klar, die Sitze in der Business-Class dieser Airline sind zu eng. Keanu konnte dort nicht stabil sitzen und hatte starke Schmerzen. Die Sixt-Stiftung hatte den Flug organisiert und wollte die Kosten dafür übernehmen.

Seit Jahren haben die beiden Brüder einen Herzenswunsch: Sie wollen nach Amerika, New York, Miami und den Everglades-Nationalpark besuchen.

Die Brüder leiden an Muskelschwund

Beide haben Muskeldystrophie Duchenne, eine seltene Erbkrankheit. Dabei wird das Muskelgewebe nach und nach in Bindegewebe umgewandelt. Zunächst sind die Beine betroffen, dann die Arme. Keanu kann nur noch die Finger ein bisschen bewegen. Irgendwann wird auch der Herzmuskel angegriffen.

Spenden für die Reise

Die Eltern der beiden, Marco und Sonja Gebhardt, wollen bevor es zu spät ist, den Jungs unbedingt ihren Herzenswunsch erfüllen. Sie gingen an die Öffentlichkeit, baten um Spenden für die Amerikareise. Die Resonanz war groß, insgesamt kamen 45.000 Euro an Spendengeldern zusammen. Fast so viel, wie die Familie für die Amerikareise benötigt.

Stornierungen kosten

Jetzt sind sie alle traurig und enttäuscht, Vater und Mutter, Keanu und Lenny und auch ihre gesunde Schwester Gina. Vieles, was sie in den USA bereits fix gebucht hatten, muss die Familie aus dem Hegau trotzdem bezahlen. Behindertengerechte Hotelzimmer zum Beispiel und ein Spezialfahrzeug für 11.000 Euro, das sie jetzt nicht brauchen. Auch die gebuchte Delphin-Therapie mussten sie absagen. Von ihr hatten sich die Eltern erhofft, dass sie den Verlauf der Krankheit verzögert.

Thomas Schnitzer (Foto: SWR)

Traum noch nicht aufgegeben

Aufgegeben haben die Gebhardts den Traum von ihrer USA-Reise aber noch nicht. Vielleicht klappe es etwas später mit einer anderen Fluggesellschaft, die breitere Sitze in der Business-Class und mehr Erfahrung beim Transport behinderter Menschen habe, sagte Marco Gebhardt dem SWR. Das nächste Mal würden sie die Sitze auch vorher ausprobieren wollen. Auch eine Reise mit dem Schiff über den Atlantik wäre denkbar. Dann würden die Brüder zumindest New York sehen können, meint der Vater. 

Allerdings, die Zeit drängt. Der ältere der beiden Jungs, Keanu, wird vermutlich nur noch ein halbes Jahr dazu in der Lage sein, solch eine Reise zu bewältigen. Weihnachten und Silvester wird die Familie nun aber erst einmal zu Hause sein in Rielasingen-Worblingen.  

STAND