Gerichtssaal mit Angeklagten (Foto: SWR, Marion Kynaß)

Landgericht Ravensburg Urteil im Hoßkircher Mordprozess: lebenslänglich

Das Landgericht Ravensburg hat den 35-jährigen Angeklagten wegen Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt. Er soll seine Frau getötet und einen Autounfall fingiert haben.

Das Gericht begründete das Urteil mit einem ganzen Bündel an Motiven: Der 35-Jährige habe die zwei gemeinsamen Kinder behalten, mit seiner neue Geliebte zusammen leben und die gehasste Ehefrau beseitigen wollen.

"Er wollte alles, nun hat er nichts."

Vorsitzender Richter

Er wollte alles, nun hat er nichts, so der Vorsitzende Richter. Tatort sei die gemeinsame Wohnung gewesen. Hier waren Blutspuren und Haare des Opfers, aber auch DNA-Spuren des Angeklagten gefunden worden. Die Frau sei durch massive Schläge auf den Kopf und anschließend durch Würgen ums Leben gekommen. Die Tat weise außerdem planerische Elemente auf. Um den Mord zu vertuschen, habe der 35-Jährige einen Autounfall inszeniert, bei dem er selbst schwer verletzt worden war.

Einwand der Verteidigung

Den Einwand der Verteidigung, man habe sich zu früh auf den Ehemann als Täter festgelegt und zu wenig Aufklärung betrieben, ließ das Gericht nicht gelten.

Die Verteidigung kündigte bereits an, in Revision zu gehen. Sie hatte auf Freispruch plädiert. Es gebe keine geschlossene Indizienkette, so der Verteidiger des 35-Jährigen am Montag. Ebenso gut könne ein unbekannter Dritter die Ehefrau des Angeklagten im Februar 2017 erwürgt und im Auto auf das Feld bei Hoßkirch gefahren haben.

Nebenklage sah besondere Schwere der Schuld

Ein Anwalt der Nebenklage hatte am Montag nicht nur lebenslänglich, sondern auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Das Gericht folgte dem nicht, weil der Angeklagte bisher nicht vorbestraft sei. Außerdem sei er nun lange von den Kindern getrennt und habe bei dem Unfall auch selbst schwere körperliche Verletzungen erlitten.

So war der erneute Prozessauftakt im Mai

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