Angeklagter im sogenannten "Bajonett-Prozess" sitzt auf der Anklagebank des Landgerichts Ravensburg. (Foto: SWR, Dirk Polzin)

Angeklagter beruft sich auf "Filmriss" Prozess um "Bajonett-Mord" in Ravensburg

Zum Prozess-Auftakt um den Mord mit einem Bajonett vor dem Landgericht Ravensburg beruft sich der Angeklagte auf Erinnerungslücken. Der Mann soll im Januar den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin getötet haben.

Die Vernehmung verlief zäh. Der Richter musste bei dem Angeklagten mehrfach energisch Nachhaken. Der 34-Jährige sagte, er sei zum Zeitpunkt der Tat betrunken gewesen und könne sich daher an nichts erinnern. Er sei erst später wieder zu sich gekommen, mit Blut an den Händen.

Motiv wahrscheinlich Eifersucht

Als Motiv vermutet die Anklage Eifersucht. Das Verhältnis zu der Frau und dem gemeinsamen Sohn sei schwierig gewesen, es habe oft Streit gegeben, sagte der Angeklagte. Vor allem die Monate vor der Tat schilderte er als ständiges Auf und Ab in der Beziehung. In Tiefphasen habe er Drogen genommen und viel getrunken, die Frau auch geschlagen. Die zog schließlich zu einem anderen Mann, vor dessen Ravensburger Wohnung es nach einem Streit zu den tödlichen Stichen gekommen sein soll.

Angeklagt wegen Mordes

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, den neuen Partner seiner Ex-Freundin im Januar mit einem Bajonett angegriffen und getötet zu haben. Der 34-Jährige habe sein Opfer heimtückisch und aus Hass ermordet, so die Staatsanwaltschaft. Ein Urteil soll im September fallen.

Ein Bajonett ist eine Stichwaffe, die meist in Form einer Stahlklinge am Lauf von Gewehren befestigt wird.

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