Prozess am Landgericht Ravensburg Mann gesteht Messerattacke auf Ex-Frau

Im Prozess um versuchten Mord am Landgericht Ravensburg hat der Angeklagte zugegeben, seine Ex-Frau mit einem Messer und einem Hammer lebensgefährlich verletzt zu haben. Er bereue die Tat.

"Ich habe etwas Falsches gemacht und bereue es sehr", sagte der aus Syrien stammende Asylbewerber am Dienstag vor Gericht. Eine Tötungsabsicht stritt der 46-jährige Angeklagte ab.

Verletzte Ehre als Motiv

Die Tat geschah im September 2018 in einem Asylbewerberheim in Berg bei Ravensburg. Motiv war laut Anklage die verletzte Ehre des Mannes. Die 38-jährige Frau hatte sich von ihm nach islamischem Recht getrennt, nach über 20 Ehejahren. Als er erfuhr, dass sie erneut geheiratet hatte, habe er sie töten wollen, so die Staatsanwaltschaft.

Mehrfach habe der Mann mit dem Hammer und einem Küchenmesser auf die Frau eingeschlagen und eingestochen. Sie erlitt unter anderem Stichverletzungen im Kopf und Oberkörper, zudem brach ihr Schädelknochen. Die elfjährige Tochter der Frau bekam die Tat mit und rief die Polizei. Die 38-Jährige überlebte die Attacke durch eine Notoperation.

Kritik am Begriff "Ehrenmord"

Der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Konstanz, Uwe Stürmer, kritisiert den Begriff "Ehrenmord".

"Kulturelle Hintergründe oder Religion können auf keinen Fall als Rechtfertigung dafür dienen, dass es zu solchen Gewaltdelikten kommt."

Uwe Stürmer, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Konstanz

Bei solchen Taten handele es sich um massive Gewaltdelikte und schwere Menschenrechtsverletzungen, das habe nichts mit "Ehre" zu tun, so Stürmer. Vielmehr habe es mit archaischen Machtansprüchen zu tun, mit der Durchsetzung von Gewalt und fehlender Gleichberechtigung. Es gelte das Grundgesetz und das müsse durchgesetzt werden.

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