Ameisenbläuling sitzt auf einer roten Kleeart (Foto: Gabriel Hermann)

Großes Treffen der Naturschützer Naturschutztage Bodensee enden mit Forderungen

Nach vier Tagen endeten am Sonntag die Naturschutztage Bodensee. Mehr als 1.000 Naturschützer hatten an dem Treffen teilgenommen.

Mehr als 1.000 haupt- und ehrenamtliche Naturschützer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sich in Radolfzell. Sie tauschten sich über ihre Arbeit aus und bildeten sich in Workshops weiter. Organisiert wurden die 43. Naturschutztage von den Naturschutzverbänden NABU und BUND.

Mit einem Transparent mit der Aufschrift "Gewässerschutz nicht verwässern! #ProtectWater" stehen Teilnehmer der Naturschutztage zusammen. (Foto: picture-alliance / dpa, Frank Müller/Nabu)
Rund 1.100 Aktive und Naturschutzinteressierte kamen laut Veranstalter nach Radolfzell, um sich zu informieren und zu vernetzen. Frank Müller/Nabu

Der Wolf in Baden-Württemberg

Eines der Schwerpunktthemen in diesem Jahr war die Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg. Es sei wichtig, Weidetiere besser zu schützen und sachliche Aufklärungsarbeit zu leisten, um Vorurteile und Ängste abzubauen, so die Veranstalter. Derzeit lasse sich im Land gerade mal ein einziger Wolf nachweisen, so die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender. Der Wolf sei eine europaweit geschützte Art, sie dürfe nicht bejagt werden. Dass zukünftig auch sogenannte "Problemwölfe" auftauchen könnten, die beispielsweise für Schafe eine Bedrohung darstellten, sei zwar nicht auszuschließen. Doch erst dann sei der Zeitpunkt gekommen, um im Einzelfall Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Gewässerschutz in Baden-Württemberg

Zudem forderten die Naturschützer stärkere Anstrengungen für den Gewässerschutz. Sie pochten auf die Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie der EU. Sie sei der Garant dafür, dass Flüsse und Bäche im Land sauberer werden. "Die EU-Richtlinie sichert damit auch den Schutz und Erhalt des Bodensees als größtem Trinkwasserspeicher Europas." Der Schutz der Gewässer sei in Gefahr, da die EU "auf Druck der industriellen Landwirtschaft" die bisherigen Qualitätsstandards herabsetzen könnte.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Einsatz für mehr Artenvielfalt

Vier Tage lang gab es fast 50 Vorträge, Seminare und Exkursionen. Auch die Agrarpolitik wurde diskutiert und deren Folgen für die Artenvielfalt. Enssle sagte, es gehe immer mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren. Durch den Pestizid-Einsatz würden außerdem immer mehr Insekten vernichtet.

"Landwirte müssen Geld dafür bekommen, dass sie die Natur schützen, anstatt immer intensiver, immer schneller und immer rationeller wirtschaften zu müssen."

Johannes Enssle, NABU Baden-Württemberg

Die über 1.000 Teilnehmer verdeutlichten nach Angaben einer NABU-Sprecherin vor allem eines: Der ehrenamtliche Naturschutz sei eine wichtige, nicht wegzudenkende Größe im Land.

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