Bundskanzlerin Angela Merkel bei der 11. Nationalen Maritimen Konferenz im Mai 2019 in Friedrichshafen am Bodensee (Foto: SWR, Rebecca Lüer)

Maritime Konferenz am Bodensee wird fortgesetzt Themen Offshore-Windenergie, Schiffbauindustrie und Häfen

Auf der "Nationalen Maritimen Konferenz" in Friedrichshafen hat am Donnerstag Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) gesprochen. Am Tag zuvor war Bundeskanzlerin Merkel vor Ort.

Merkel erklärte, Deutschland sei eine große Exportnation, Schifffahrtsnation und Logistikweltmeister. Die maritime Wirtschaft sei zwischen Flensburg und Friedrichshafen breit aufgestellt.

"Die deutsche maritime Wirtschaft kann sich in der Welt wirklich sehen lassen, vor allem durch die Innovationsstärke ist sie auch ein wichtiger Wachstumsfaktor unserer Volkswirtschaft."

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Maritimkonferenz

Die Internationalität der Branche sei auch am "Dreiländer-Meer" zu spüren, erklärte Merkel. Auch Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand sprach zum Beginn der Tagung ein Grußwort. Dabei betonte er die Bedeutung der Bodenseeregion für die Schiffsbauindustrie.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Großes Treffen von Politik und maritimer Wirtschaft

Mehr als 800 Politiker, Unternehmens- und Verbandsrepräsentanten, Gewerkschafter, Marinevertreter und Experten kommen zur 11. "Nationalen Maritimen Konferenz" zusammen. Erstmals nach 20 Jahren tagt die Konferenz im Binnenland. Das soll die Bedeutung der Zulieferindustrie unterstreichen und das Gewicht der maritimen Wirtschaft außerhalb Norddeutschlands. Bislang waren vor allem norddeutsche Hafenstädte Gastgeber der Treffen.

Zulieferindustrie in der Bodenseeregion

Am Bodensee sind zum Beispiel das Unternehmen ZF Friedrichshafen und der Motorenhersteller Rolls-Royce Power Systems/MTU wichtige Zulieferer für den Schiffbau. Sie entwickeln alternative Antriebstechnologien, die für die maritime Energiewende eine wichtige Rolle spielen.

Insgesamt gebe es allein im Bodenseekreis über 100 Firmen, die etwas mit maritimer Wirtschaft zu tun haben, erklärt Landrat Lothar Wölfle. Er verspricht sich von der Konferenz mehr Aufmerksamkeit für die Region und neue Kontakte zwischen Wirtschaft und Politik.

"Wir wollen auch die Vorzüge der Region als Urlaubs-, Wander- und Weinregion präsentieren."

Lothar Wölfle, Landrat im Bodenseekreis

Von Forschung bis Digitalisierung

Drei Schlagworte bestimmen den Inhalt der Konferenz: global, smart, green. Das sagte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann. Geplant sei die Verabschiedung eines europapolitischen Papiers für eine noch bessere Zusammenarbeit in Europa, vor allem im Bereich der Forschung. Die Digitalisierung der Häfen, Schiffe und produzierenden Betriebe sei ein weiteres großes Thema der Tagung.

Der Hafen in Mannheim vom Schiff aus gesehen (Foto: SWR)
In Mannheim ist einer der größten Binnenhäfen Deutschlands, er bietet viele Arbeitsplätze.

Maritime Energiewende

Die Schifffahrt auf den Weltmeeren, Seen und Flüssen soll umweltfreundlicher werden. Das ist eines der Hauptziele der Konferenz. Statt stinkender Schweröl-Motoren sollen zukünftig erheblich emissionsärmere Flüssiggas-Antriebe die großen Dampfer auf den Weltmeeren voranbringen. Auch Hybridantriebe mit elektrischer Unterstützung oder klimaneutral gewonnene synthetische Kraftstoffe sind im Kommen. Darüber berichtet SWR-Reporter Thomas Wagner im Audio.

Dauer

Um umweltschonende Technologien auf die Schiffe zu bekommen, müsse die Bundesregierung mehr Förderprogramme auflegen, hieß es im Vorfeld der Maritimen Konferenz in Friedrichshafen. Die deutschen Großwerften, die jährlich mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften und etwa 20.000 Jobs bereitstellen, fordern zudem fairere Wettbewerbsbedingungen.

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