Schriftzug "JVA" auf schwarzer Wand (Foto: picture-alliance / dpa, Felix Kästle)

Nach Suizidversuch in Ravensburger JVA Versäumnisse bei Gefängnis-Sicherheit?

Die Justizvollzugsanstalt Ravensburg muss sich Fragen zur Gefängnis-Sicherheit stellen lassen. Der mutmaßliche Supermarkt-Erpresser vom Bodensee hatte sich am Montag in Haft selbst verletzt.

Schon in der Vergangenheit gab es in der Justizvollzugsanstalt Hinzistobel in Ravensburg Suizide von Häftlingen. Im Jahr 2016 hatten sich innerhalb einer Woche zwei Gefangene das Leben genommen - darunter ein Mann, der seine Familie ermordet hatte und als selbstmordgefährdet galt.

Am Montag war der mutmaßliche Supermarkt-Erpresser vom Bodensee mit Schnittverletzungen am Arm in seiner Zelle gefunden worden. Er hätte an diesem Tag eigentlich zum ersten Mal vor Gericht stehen sollen, weil er Gläschen mit Babybrei vergiftet haben soll. Der Prozess musste auf kommenden Montag vertagt werden.

In der Diskussion war die JVA Ravensburg im Mai dieses Jahres auch wegen eines Mitarbeiters, der Drogen und Handys in Zellen geschmuggelt haben soll.

Gefängnisleitung sieht keine Versäumnisse

Die Gefängnisleitung betonte, dass in allen Fällen die Sicherheitsstandards eingehalten worden seien. Im Fall des mutmaßlichen Supermarkt-Erpressers habe zu keiner Zeit eine lebensbedrohliche Situation bestanden, so der Anstaltsleiter Thomas Mönig gegenüber dem SWR. Nach bisherigen Erkenntnissen sei unklar, womit sich der Gefangene die Schnittverletzungen beigebracht habe.

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