Hymer (Foto: SWR)

Nach Betrug bei Hymer-Tochter in Nordamerika Hymer-Büro in Bad Waldsee bestätigt Insolvenzverfahren

Der Caravanhersteller Erwin Hymer in Nordamerika, ein Tochterunternehmen der ehemaligen Hymer-Gruppe in Bad Waldsee, hat hunderte Mitarbeite entlassen. Manager hatten das Unternehmen betrogen.

Vergangenen Freitag habe Hymer im kanadischen Toronto ein Insolvenzverfahren eingeleitet. 900 Mitarbeiter wurden entlassen und vier Werke geschlossen. Das berichtet unter anderem der kanadische Fernsehsender CTV News Kitchener. Grund seien die finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der amerikanischen Hymer-Tochter Roadtrek, die vor etwa einem Monat bekannt wurden.

Betrug bei Hymer in Nordamerika

Mehrere Manager sollen das Unternehmen um mehr als 100 Millionen US-Dollar betrogen haben. Damals wurden bereits drei Manager supsendiert. Nach Medienberichten sollen die drei suspendierten Manager 1.700 Rechnungen gefälscht haben, es soll Geld an Familienmitglieder geflossen sein, und auf Gehaltsabrechnungen sollen Namen von Mitarbeitern auftauchen, die nicht bei Hymer in Nordamerika angestellt sind.

Hymer-Übernahme ohne Nordamerika-Geschäft

Der Skandal führte dazu, dass das damalige Hymer-Tochterunternehmen in Nordamerika nicht mit dem Rest der Hymer-Gruppe an den amerikanischen Konkurrenten Thor verkauft wurde. Der Verkaufspreis hatte sich deshalb von 2,1 auf 1,75 Milliarden Euro reduziert. Das nun für Hymer-Kanada zuständige Büro in Bad Waldsee, bestätigte bisher nur, dass ein Insolvenzverfahren eingeleitet wurde. Zu weiteren Einzelheiten schweigen die Vertreter der Hymer-Familie gegenüber dem SWR.

STAND