Bild eines Angeklagten im Landgericht Ravensburg (Foto: SWR, Thea Thomiczek)

Prozess gegen geflohenen Strafgefangenen am Landgericht Ravensburg Mörder zu weiteren neuneinhalb Jahren Haft verurteilt

Der bei einem Freigang aus der JVA Heilbronn geflohene Mörder ist am Freitag in Ravensburg zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann ist laut Gericht "gefährlich".

Das Landgericht Ravensburg verurteilte den Mann am Freitag wegen schweren Raubes und schwerer räuberischer Erpressung zu weiteren neuneinhalb Jahren Haft. Wegen der Gefährlichkeit des Mannes ordnete das Gericht neben der Haftstrafe außerdem Sicherungsverwahrung an. Der Vorsitzende Richter sagte: "Es gibt Menschen, die in der Freiheit nicht klarkommen." 

Ende letzten Jahres hatte sich der 43-Jährige begleitet von Wachpersonal in Friedrichshafen mit seiner Familie treffen dürfen. In einem Restaurant nutzte er einen Toilettengang zur Flucht.

Häftling attackierte auf Flucht zwei Frauen

Der 43-Jährige versteckte sich nach seiner Flucht im Keller eines Hauses am Klinikum Friedrichshafen. Dort bedrohte er eine Frau, um an ihre Kreditkarte zu kommen. Er schlug sie zu Boden und würgte sie mehrmals. Die Frau konnte flüchten. Ein zweiter Überfall auf eine andere Frau scheiterte ebenfalls. Kurze Zeit später nahm die Polizei den Mann in Friedrichshafen fest. Hätten die Frauen nicht so besonnen reagiert, so das Gericht, wäre es möglicherweise zu einem weiteren Tötungsdelikt gekommen.

Dauer

Als Mörder vorbestraft

Der Angeklagte sitzt seit mehr als 21 Jahren im Gefängnis, zuletzt in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn. 1997 war er vom Landgericht Ravensburg wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte einen Mann umgebracht, bei dem er in Ravensburg zur Untermiete gewohnt hatte.

Kindheit von Gewalt geprägt

Der Angeklagte hatte vor Gericht ausführlich über sein Leben erzählt, das seit seiner Kindheit von Gewalt geprägt gewesen sei. Demnach ist der Angeklagte in Friedrichshafen aufgewachsen und von seinem Stiefvater geschlagen worden. Auch das Verhältnis zur Mutter sei "nicht normal" gewesen. Später soll er eine Berufsausbildung abgebrochen haben und sei auf die schiefe Bahn geraten.

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