Eine Seeforelle schwimmt im Wasser. (Foto: Pressestelle, Pressestelle IGKB, Peter Rey)

Experten warnen Seeforelle im Bodensee gefährdet

Experten sehen die Bestände der Seeforelle im Bodensee gefährdet. Ein Grund dafür ist der Klimawandel, der den Pegel des Bodensees sinken lässt. Deshalb erreichen die Fische ihre Laichplätze nicht.

Besonders die Trockenheit mache der Seeforelle zu schaffen, teilte die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) mit. Durch den niedrigen Wasserpegel im vergangenen Jahr konnten die Fische ihre Laichplätze in den Zuflüssen zum Bodensee kaum noch erreichen. Am Alpenrhein zählten Experten statt der üblichen 800 nur rund 400 Seeforellen. Wie es mit der Fischwanderung in diesem Jahr aussieht, muss abgewartet werden. Sie erreicht in diesen Tagen ihren Höhepunkt.

Erfolgsgeschichte bedroht

Die Seeforelle im Bodensee war in den 1980er-Jahren fast ausgestorben. Dass sie heute wieder im See leben kann, sei eine Erfolgsgeschichte, so die Experten. Die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBFK) startete Anfang der 80er-Jahre ein Schutzprogramm. Durch die Einrichtung von Schongebieten und dank eines Aufzucht- und Besatzprogramms konnten sich die Bestände erholen. Außerdem wurden Wasserhindernisse über die Landesgrenzen hinweg beseitigt, so dass die Seeforellen wieder zu ihren Laichplätzen wandern konnten.

"Die Seeforelle ist ein hervorragender Indikator für den Zustand der Gewässer, in denen sie lebt."

Konrad Rühl, Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei

Die Seeforelle, die bis zu 15 Kilogramm schwer und über einen Meter lang werden kann, sei wichtig für die Ökologie im See. Denn Seeforellen leben nur dort, wo die Wasserqualität gut ist, wo sie sich ungehindert zwischen See und Fluss bewegen können, wo sie zu geeigneten Laichplätzen aufsteigen können und wo die Lebensbedingungen für die Jungfische gut sind. "Geht es der Seeforelle gut, profitieren auch die übrigen Fischarten und Wasserlebewesen", so Konrad Rühl vom IBKF.

Trockenheit und Hochwasser erwartet

Die Seeforelle wird es künftig im Bodensee schwer haben. Die Experten erwarten durch den Klimawandel nicht nur längere Trockenphasen mit tiefem Wasserstand in den Zuflüssen, wie im Herbst 2018, sondern auch mehr winterliche Hochwasserereignisse. Das kann fatale Folgen für die Seeforellen haben, da deren Gelege in den Kiesbänken der Flüsse durch Winterhochwässer zerstört werden können. Um auf die Probleme der Bodenseeforelle aufmerksam zu machen, haben die IBKF und die IGKB gemeinsam ein Erklärvideo veröffentlicht.

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