Winfried Kretschmann trägt einen weißen Schutzanzug und hat den Reinraum bei Airbus in Immenstaad eröffnet. (Foto: dpa Bildfunk)

"Kleines technisches Wunderwerk" Satellitenzentrum bei Airbus in Immenstaad eröffnet

Bei "Airbus Defence and Space" in Immenstaad bei Friedrichshafen ist ein neues Zentrum zum Bau von Satelliten eingeweiht worden. Es soll das Modernste in ganz Europa sein. Zu Gast war auch Ministerpräsident Kretschmann.

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Im "Integrated Technology Centre" in Immenstaad werden künftig Satelliten und Raumsonden entwickelt und gebaut. Sie sollen im All zur Erdbeobachtung eingesetzt werden oder zur Erforschung des Universums. Kern des Zentrums ist ein sogenannter Reinraum: In der 2.000 Quadratmeter großen Halle wird die Luft mit speziellen Filtern 60 Mal pro Stunde von Staubpartikeln gesäubert. Das neue Satellitenzentrum kostet nach Angaben des Unternehmens mehr als 40 Millionen Euro.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann sieht in dem Entwicklungszentrum eine Investition in die Zukunft. Bei der Eröffnung in Immenstaad sagte er, Airbus wage den Sprung in ein neues Zeitalter noch besserer Satelliten, auch für wissenschaftliche Zwecke.

"Satelliten können Veränderungen des Meeresspiegels und selbst kleine Quellen von Treibhausgas-Emissionen präzise erfassen. Dank solcher Satelliten wächst die Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, um dem Klimawandel zu begegnen."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Reinraum ist "technisches Wunderwerk"

Der Standortleiter von Airbus in Friedrichshafen, Dietmar Pilz, bezeichnete das Entwicklungszentrum als "ein kleines technisches Wunderwerk". Der Aufwand, die Luft eines so großen Raums von Staub zu säubern, sei enorm. Das sei aber dringend notwendig, denn wenn beispielsweise im Weltraum ein Staubpartikel auf die Optik wandere, sei das Bild unscharf. Deshalb werden nicht nur die Messgeräte in dem neuen Reinraum montiert, sondern die kompletten Satelliten.

Mehr Platz für Satellitenbau in Immenstaad

Mit dem neu eröffneten Gebäude verdreifacht Airbus nach eigenen Angaben seine Reinraumflächen zum Bau von Satelliten oder Sonden auf 4.200 Quadratmeter. Der Platz in dem Reinraum in Immenstaad reiche aus, um bis zu acht Satelliten gleichzeitig zu bauen. Die Halle ist etwa 70 Meter lang und knapp 19 Meter hoch.

"Kleines technisches Wunderwerk" Airbus in Immenstaad eröffnet Satellitenzentrum

Aufsicht auf das Firmengelände von Airbus in Immenstaad am Bodensee. (Foto: Pressestelle, Airbus Defence and Space)
In schönster Bodenseelage werden bei Airbus in Immenstaad bei Friedrichshafen Satelliten gebaut. Pressestelle Airbus Defence and Space Bild in Detailansicht öffnen
Forscher von "Airbus Defence and Space" blicken in den neuen Reinraum, in dem perfekte Bedingungen herrschen, um Satelliten zu bauen. Von hier können sie viele Funktionsüberprüfungen steuern, ohne selbst den Reinraumbereich betreten zu müssen. Pressestelle Airbus Defence and Space Bild in Detailansicht öffnen
Die Luft in dem Reinraum wird mit speziellen Filtern 60 Mal pro Stunde gesäubert. Selbst feinste Staubpartikel können für die sensible Technik zum Problem werden. Pressestelle Airbus Defence an Space Bild in Detailansicht öffnen
In dem neuen Reinraum werden zukünftig Satelliten wie dieser gebaut. Bepi Colombo wurde bereits in Immenstaad entwickelt und ist derzeit auf Merkur-Mission im Weltall unterwegs. Pressestelle Airbus Bild in Detailansicht öffnen

Bepi Colombo in Immenstaad entwickelt

Im vergangenen Jahr wurden bei Airbus am Bodensee sechs Satelliten entwickelt, die ins Weltall starteten. Darunter auch Bepi Colombo, dessen Reise zum Merkur sieben Jahre dauert. Er soll Informationen über den Planeten liefern.

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